"moderne Verwaltungsstrukturen im Rathaus"

Veröffentlicht am 28.02.2018 in Kommunalpolitik
 

Im Verwaltungs- und Finanzausschuss hat unser Fraktionsvorsitzender Ottmar Pfitzenmaier  am 22. Februar eine Stellungnahme abgegeben: "Wir wollen moderne Verwaltungsstrukturen im Neuen Rathaus". Den vollständigen Text können Sie untenstehend lesen.

Wir wollen moderne Verwaltungsstrukturen im Neuen Rathaus

Die Aufgabenvielfalt, die auf Unternehmen und auch auf die öffentliche Verwaltung zukommt, wächst beständig. Die Konsequenz bei der Stadt Leonberg war bisher häufig nach unseren Eindrücken – sicher etwas vereinfacht beschrieben –

„wir haben eine neue Aufgabe , dann brauchen wir auch eine neue Stelle“.

Manchmal mag das durchaus berechtigt und nachvollziehbar sein – nur daneben sind halt auch Verbesserungen in den Abläufen, in der Aufbauorganisation und das Heben von Synergien unabdingbar.

Vieles ist dem GR gar nicht bekannt,

die vorsintflutliche Abwicklung von Urlaubsanträgen z.B.

oder dass im neu eingerichteten „i Punkt“ nicht mit Karte bezahlt werden kann, das haben wir aus einem Leserbrief erfahren…

Die städtischen Personalkosten steigen 2018 um rd. 2 Mio auf ca. 36 Mio EUR. Alleine eine zu erwartende Tarifsteigerung von vielleicht 4% schlägt spätestens nächstes Jahr mit einem Plus von weiteren 1,5 Mio zu Buche – ohne Stellenausweitungen! Erst vor einigen Monaten wurden wir mit einer „völlig überraschenden“ Budgetüberschreitung von fast 1 Mio. konfrontiert.

Wir erwarten – und das ist die Intension unseres Antrages-, dass sich das Leonberger Rathaus zu einer modernen effizienten Verwaltung entwickelt.

 

Und dazu gehören natürlich motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter! Und das ist – auch da wiederhole ich mich – Führungsaufgabe der Verwaltungsspitze. Dort muss der Wille auch zu Veränderungen und Optimierungen vorhanden sein.

Impulse dafür gab es in der Vergangenheit schon genug:

  1. Der GR hat 2015 eine Organisationsuntersuchung durchgesetzt. Die hat dort etwas gebracht, wo die Führung es auch wollte: im Baubetriebshof. Sonst hören wir nur bei geplanten Stellenausweitungen mal davon. Die Untersuchung der Stadthalle endete mit einem Fiasko.
  2. Der Bau des neuen Rathauses mit der Zentralisierung von mehreren auf (fast) nur noch 1 Standort. Bei allen mir bekannten Unternehmen und Verwaltungen weltweit führt eine solche Zusammenführung zu verbesserten Abläufen, konfliktfreierer Kommunikation, kürzeren Wegen, mehr Effizienz – kurz zu Synergieeffekten. Nur nicht in Leonberg…
  3. Die Anregung aus Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing eine schlagkräftige Einheit anstelle einer One Man Show zu installieren kam von der SPD Fraktion bereits im Mai 2008
  4. Und wenn man das alles gnadenlos ignoriert, dann könnte man wenigstens personelle Wechsel in Führungspositionen zu Anlass nehmen, über Strukturen nachzudenken

 

Für uns weiterhin völlig unverständlich wurde beispielsweise die Amtsleiterstelle des Sammelsuriums KESS mit unverändertem Profil hektisch wieder besetzt, obwohl nicht mal eine personelle Auswahl für den Gemeinderat vorhanden war.

 

Uns geht es nicht um die Beurteilung persönlicher Qualifikationen und erbrachter Leistungen einzelner Personen, wie uns permanent – fast schon böswillig- unterstellt wird, sondern um die Inhalte.

Das Aufgabenspektrum in KESS ist nicht beherrschbar, es ist viel zu breit gefächert – das hat die Vergangenheit und die Bewerberauswahl sehr deutlich gezeigt. Die Hierarchie ist zu tief, flache Hierarchien ermöglichen bessere Kommunikation, schnelleren Infofluss und verhindern Reibungsverluste.

Beispiele:

Der Leiter der Leonberger Bäder (also dort wo wir möglicherweise 15 Mio. investieren) berichtet an den Leiter des Sachgebietes „Sport, Heimat und Brauchtum“, dieser an die Amtsleitung von KESS, erst dann landet die Info beim zuständigen Bürgermeister. Kein Wunder, dass wir im Gemeinderat so spät von den Personalproblemen im Bäderbereich vergangenes Jahr erfahren haben.

Auch die Leitungen der Jugendmusikschule, der Volkshochschule und der Bücherei (und des Stadtarchivs) müssen sich –ohne erkennbaren Mehrwert- zunächst mit der Amtsleitung auseinandersetzen. Im Jahresbericht der Bücherei steht beispielsweise:

„Bei Einführung der Doppik wurde das Budget der Stadtbücherei eine Kostenstelle des KESS. Die Transparenz ist nicht mehr gegeben und der Bedarf an Absprachen sehr hoch. Vielleicht haben deshalb alle nachgefragten Städte…ein eigenständiges Budget“.

Warum berichten die Leiterinnen und Leiter dieser Institutionen nicht direkt an einen Bürgermeister? Eine Frage der dann zu hohen Führungsspanne – wenn jeder Bürgermeister 1 höchstens 2 Leiter zusätzlich führt, ist dies sicher nicht. Und ein besserer Einblick ins operative Geschäft schadet auch nicht (siehe Bäderpersonal).

Der Fachbereich „Sport“ gehört u. E. angesichts der aktuellen Herausforderungen – Stichwort Ganztagesbetreuung- eher in den Bereich Schulen, vor allem wenn die Stadt dieses Zusammenwirken zwischen Schulen und Vereinen endlich aktiver unterstützen würde.

Die Zuständigkeit des Fachbereichs „Kultur“ auch für die Stadthalle und das Theater am Spitalhof könnte durchaus Synergien heben, vielleicht sogar den umstrittenen Stadthallen Geschäftsführer obsolet machen.

Uns ist bewusst, Herr OB, dass diese Vorschläge in Ihr Hoheitsrecht eingreifen. Sie sollen Gedankenanstöße sein, aber schon auch die Aufforderung beinhalten – sobald Sie sich einen Überblick über Ihre Verwaltung gemacht haben- schlankere Abläufe, effizientere Strukturen zu schaffen innerhalb derer die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerne arbeiten. Dies gilt möglicherweise nicht nur für den angesprochenen, sondern auch für andere Bereiche. Unsere Unterstützung haben Sie.

Wir sind sicher: wir können uns den Automatismus, dass mit jedem neuen Haushalt weitere Stellen gefordert werden, nicht im bisherigen Umfang leisten.

 

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