Digitalisierung für "Ältere" sträflich vernachlässigt

Veröffentlicht am 31.05.2018 in Fraktion
 

Gedanken zur Digitalisierung für Seniorinnen und Senioren, veröffentlicht im Amtsblatt Böblingen. Von Stadtrat Wolfgang Hensel

Digitalisierung für Ältere kam in den Koalitions- und Sondierungsgesprächen zwischen SPD und CDU/CSU nicht vor. Das ist sträflich. Immerhin betrifft dies in Deutschland ca. 15 Millionen Menschen über 65 Jahre. Auch Böblinger Seniorinnen und Senioren.

 

Zurzeit ist das Thema Digitalisierung in aller Munde. Fachleute wissen ganz genau, von was sie reden. Aber der ältere Laie? Nun, wir wissen, die Digitalisierung wird unsere Lebensbedingungen neu gestalten. Dabei genügen den meisten Menschen die einfacheren Arbeiten mit dem Computer oder Smartphone (erweitertes Handy). Früher wurde mit Bleistift oder Kugelschreiber auf ein Blatt Papier geschrieben, jetzt ist der Computer dran. Bleistift war analog, Computer ist digital. Beispiele lassen sich inzwischen auf alle Lebensbereiche übertragen. Die unerschöpflichen, industriellen Möglichkeiten sollen unerwähnt bleiben. Was ist für den älteren Menschen interessant? Wo haben eigentlich die ca. 70%, der über 65jährigen den digitalen Anschluss verpasst? Bargeldabhebungen am Bankschalter wird es bald nicht mehr geben. Den Bahnschalter, um eine Fahrkarte zu kaufen, sucht man vergeblich. Die Auskunft ist auch weg. Als nächstes steht die Kassiererin aus dem Supermarkt auf der Straße, man braucht sie nicht mehr. Sie ist wegdigitalisiert. Das allerschlimmste an diesem Fortschritt (?) ist, wir können uns dagegen nicht einmal wehren. Mit was fangen wir also zu lernen an, um in dieser digitalen Welt bestehen zu können? Aber keine Panik. Es gibt Möglichkeiten. Niemand soll sagen müssen, „das brauche ich nicht mehr“. Die Zukunft ist schneller da, als man denkt. Wir sollten mindestens über das Internet untereinander in Verbindung bleiben. Wer nicht, oder schlecht  gehen kann, sollte online einkaufen können. Twittern, chatten, E-Mails versenden, auf Webseiten surfen, online bestellen, muss der Einstieg mit Spaß, in diese Zukunft sein. Für junge und junggebliebene Menschen ist das selbstverständlich. Aber der ältere Teil der Bevölkerung, auch in Böblingen, ist mit solchen Online-Tätigkeiten wesentlich zurückhaltender. Aber aufgepasst und keine Angst oder Scheu – es gibt ehrenamtliche Hilfe. In Böblingens Mehrgenerationenhaus am See“ stehen Helfer und Computer zur Verfügung, die in die digitale Welt einweisen.
Wo junge Leute unbekümmert nach dem Prinzip ‚Versuch und Irrtum‘ neue Techniken ausprobieren, haben ältere Menschen Zweifel, ob sie auftretende Probleme bewältigen können. Sie verzichten dann lieber auf die Nutzung. Das genau darf nicht sein. Im Kreisseniorenrat, zu dem auch Böblingen gehört, gibt es 21 PC-Teams, die sich auf Anfrage um die digitale Welt für Seniorinnen und Senioren kümmern und sie dort unterstützen. Die Webseiten, www.boeblingen.de, oder http://kreisseniorenrat-boeblingen.de,  helfen weiter. Senioren fragen einfach mal den kompetenten Nachbarn, die netten Jugendlichen von Nebenan, oder die eigenen Kinder um Rat.  Computerkurse helfen nicht immer weiter. Da scheinen Lernexperimente mehr zu helfen. Z. B. Schüler unterrichten Seniorinnen/Senioren zu Hause am Computer oder Smartphone oder, oder….. Man hat auch schon von jungen Asylsuchenden gehört, die im Seniorenheim die digitale Welt öffnen und so ganz nebenbei die deutsche Sprache erlernen. Das kann aber sicher nicht ohne Unterstützung der öffentlichen Verwaltung funktionieren. Die Älteren müssen an ihrem "Wissens Stand“ abgeholt werden, um in der künftigen digitalen Welt bestehen zu können.

 

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