Fahrplan für das Klima

Veröffentlicht am 20.11.2019 in Presseecho
 

Gäubote vom 19.11.2019

Meine Meinung

Von Stefan Halanke, SPD-Stadtrat in Herrenberg

Jeder spürt es: Der Klimawandel ist auch bei uns angekommen. Extrem heiße Sommertage, lange Trockenphasen, warme Temperaturen im Herbst und Winter, kaum noch Schnee, Starkregen, extreme Winde. Es wird Zeit, dass auch wir in Herrenberg unserer Verpflichtung des Pariser Klimaabkommens gerecht werden. Bereits 2009 hat der Landkreis festgestellt, dass in Herrenberg mehr CO2 emittiert wird als im Schnitt des Landkreises. Über ein Drittel der Energie verbraucht der Sektor Verkehr, ein Drittel der Sektor private Haushalte, etwa 20 Prozent das Gewerbe und nur zwei Prozent die kommunalen Liegenschaften. 2014 hat der Gemeinderat die Umsetzung eines Klimaschutzkonzeptes und den Aufbau eines Klimaschutz-Controllings beschlossen. Geschehen ist seitdem viel zu wenig.

Wir Sozialdemokraten haben deswegen einen Klimafahrplan beantragt. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme soll ein Meilensteinplan mit konkreten Verringerungszielen beschlossen werden. Ziel muss 2050 das klimaneutrale Herrenberg sein. Die Zielerreichung soll immer wieder gemessen und nach Bedarf nachgesteuert werden.

Bisher standen Aufklärungsaktionen sowie Verringerungen im öffentlichen Raumbestand im Vordergrund. Das reicht nicht. Viel konsequenter müssen wir in den Bereichen Verkehr und private Haushalte Erfolge erzielen. Die Stadtwerke könnten dabei federführend sein. Klimaschutz kann ein Geschäft sein, weil keine fossilen Brennstoffe mehr teuer eingekauft werden müssen und weil grüne Technologien made in Germany Tausende neuer Arbeitsplätze schaffen. Schon heute hat Deutschland im Bereich der Erzeugung regenerativer Energien einen Weltmarktanteil von 15 Prozent. Zudem kann das Kapital regional gebunden werden statt nach Saudi-Arabien zu fließen. Ein Beispiel: Die Stadtwerke könnten von allen privaten Voltaik-Einspeisern die Überschüsse abnehmen, speichern und weiterverkaufen. Gewinnen würden alle. Oder die Stadtwerke finanzieren die Erneuerung der Heizungsanlagen, die Haushalte bezahlen mit den Einsparungen zurück.

Nichts ist teurer als die Klimakatastrophe. Klimaschutz muss aus dem Schattendasein heraus und ins Zentrum unserer Politik rücken. Deswegen unser Antrag, der schon jetzt auf viel Zustimmung stößt.

 

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