Ganztagsschule ja, aber richtig!"

Veröffentlicht am 25.03.2009 in Landtagsfraktion
 

Informationsveranstaltung der SPD-Landtagsfraktion am 3. April

Der Sindelfinger Landtagsabgeordnete Stephan Braun lädt zu der Informationsveranstaltung „Ganztagsschule ja, aber richtig!“ am 3. April in den Stuttgarter Landtag ein. „Ganztagsschulen sind die Schulen der Zukunft. Doch zwischen den tatsächlichen pädagogischen Erfordernissen und der derzeitigen Ausgestaltung der Ganztagsschulen in Baden-Württemberg liegen Welten“, so Braun. „Es fehlt an Lehrern und Schulsozialarbeitern, es fehlt an entsprechend ausgestalteten Räumen und es fehlt an der richtigen Konzeption etwa beim Essen“, so der Abgeordnete weiter.

Die Landesregierung lässt die Schulen und Schulträger bei diesen Erfordernissen weitgehend allein. Stattdessen verlangt sie, dass die Kommunen erhebliche finanzielle Mittel für solche Einrichtungen aufwenden müssten. Zudem ist es ein Skandal, dass die Ganztagsschule bislang nicht als Regelangebot im Schulgesetz verankert ist – und daher jeder neue Ganztagsschulbetrieb als einzelnes Modellprojekt zwischen Schulträger und Land ausgehandelt werden muss.

Was eigentlich eine Ganztagsschule sein sollte und welche kreativen Modelle und Konzepte es dazu in Baden-Württemberg bereits gibt, will die SPD-Landtagsfraktion allen Schul- und Bildungsinteressierten vorstellen - vor allem aber den Initiativen und Verantwortlichen vor Ort. Renommierte Experten und erfahrene Kommunalpolitiker diskutieren bei der Veranstaltung darüber, wie die Schule der Zukunft aussehen müsste – und aussehen könnte, wenn denn die Landespolitik richtig mitzöge.

Thema 1: die richtigen Räumlichkeiten. Dabei geht es einerseits um die eigentlich veralteten Förderrichtlinien für den Schulbau, mit denen sich das Land an Neubau und Sanierung von Gebäuden finanziell beteiligt. Andererseits werden Planungsprozesse exemplarisch vorgestellt. Thema ist etwa ein Modulbausystem, das in einem Architektenwettbewerb in Mannheim entwickelt wurde. Damit lassen sich Schulgebäude „von der Stange“ her planen und umsetzen, wodurch eine ausreichende Flexibilität für die unterschiedlichen Standorte und Konzepte gewährleistet ist. Ein Beispiel aus Biberach zeigt zudem, wie Schüler und Eltern einer Grundschule zusammen mit Kommunal- und Schulvertretern ein Gesamtkonzept für einen Ganztagsbetrieb entwickelten. Dabei ging es unter Mitarbeit eines Architekten sowohl um die Gebäudeplanung als auch um die Organisation des Betriebs. Vorgestellt wird auch, wie Kommunen den Aufbau einer solchen Einrichtung finanziell schultern könnten.

Thema 2: das richtige Personal. Nur wenn in den Schulen gut ausgebildete Pädagogen zur Verfügung stehen, können die Kinder besser individuell betreut werden – und nur dann zeigen sich die Vorteile einer Ganztagsschule. Wie wichtig solche Kenntnisse in einer solchen Schule sind, was Jugendbegleiter und andere ehrenamtliche Kräfte tatsächlich einbringen können und wo die Grenzen der Kommunen liegen, illustriert eine Podiumsdiskussion. Teilnehmer sind Bürgermeister Harald Denecken aus Karlsruhe, Grundschulrektor Otmar Winzer, stellvertretender Landeschef des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), sowie die Stuttgarter SPD-Stadträtin Marita Gröger. Hans Riehm, Oberstudiendirektor aus dem Pfinztal, bewertet zudem die besondere Situation des Ganztagsschulbetriebs an Gymnasien.

Thema 3: richtiges Essen. Kinder können in einer Ganztagsschule gesundes und abwechslungsreiches Mahlzeiten aus der Region kennenlernen – wenn das vor Ort möglich und der Schulträger dazu bereit ist. Doch die Mahlzeiten müssen organisiert und diskriminierungsfrei abgerechnet werden. Der Teufel steckt im Detail: Oft fehlen in den Küchen die Voraussetzungen, um die Gesundheits- und Arbeitsschutzbestimmungen einhalten zu können. Darüber diskutiert Offenburgs Bürgermeister Christoph Jopen mit Jörg Rutschke, Geschäftsführer einer Gesellschaft in der Compass-Gruppe, die Schulküchen professionell betreibt.

Die Teilnehmer können die Ansätze nach den drei Runden bei einem „Marktplatz der Ideen“ gemeinsam mit den Experten weiter diskutieren. Der persönliche Austausch steht im Mittelpunkt. Am Ende sollen alle Teilnehmer ihre Arbeit vor Ort mit neuen Kenntnissen bereichern können. Für die Landespolitik sind dann die erforderlichen Hausaufgaben klarer zu erkennen, um eine Ganztagsschule vor Ort wirklich richtig umsetzen zu können.

Was: „Ganztagsschule ja, aber richtig“
Wann: Veranstaltung am Freitag, 3. April, 10 bis 14 Uhr
Wo: Plenum, Haus des Landtags, Konrad-Adenauer-Strasse 3, 70173 Stuttgart

 

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