Schulbeginn – ein politisches Datum

Veröffentlicht am 05.09.2019 in Gemeindenachrichten
 

Das nahende Ende der Ferien sorgt für das alljährliche Ritual der Medien, über Aspekte des Schulbeginns ausführlich zu berichten. Zunächst rückt die Sicherheit auf dem Schulweg in den Mittelpunkt. Die Experten von Polizei und Verkehrswacht raten, den Schulweg mit dem Nachwuchs zu üben, an markanten Stellen mahnen Banner die Autofahrer, das Tempo zu reduzieren, und schließlich geraten die Elterntaxis in den Fokus, weil sie vor den Schulen ein Chaos und dementsprechende Regelübertretungen befürchten lassen. Der öffentliche Raum wird  vom Thema Schule beherrscht.

 

Elterliche Fürsorge kollidiert nicht selten mit den Interessen der Verkehrssicherheit. Ein sinnvoller Rat von Behördenseite: Die Kinder sollen zu Fuß zur Schule gehen. Bewegung, sozialer Kontakt und die Selbstsicherheit der Kinder würden gestärkt. Bleibt zu hoffen, dass sich die Vernunft behauptet.

 

Die Erstklässler betreten mit den neuen Klassenräumen gleichzeitig unbemerkt ein Feld, auf dem die Politik seit Jahrzehnten heiß debattiert. Mit dem ersten Tag kommen die Kinder, ohne es zu wissen, in Berührung mit ernsten unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Fragestellungen. Für Schulkarrieren bleibt zwar noch Zeit, doch schon früh werden Weichen gestellt. Der Politik geht es im Parteienwettstreit um Chancengleichheit, um schulischen  Erfolg, um das Für und Wider progressiver Lernkonzepte, um Diskussionen über Schularten, und um Fragen wie: Wann können wir hierzulande den Schulerfolg ohne Abhängigkeit vom Elternhaus organisieren? Die seit Jahren Meinung bildenden schulischen Vergleichstests bescheinigen der deutschen Bildungslandschaft, dass die Schülerinnen und Schüler immer noch die häusliche Nähe oder Ferne zur Bildung als Marscherleichterung oder als Ballast erfahren.

 

Solange solche Fragen sich in den Vordergrund der Bildungspolitik drängen, ist demokratisch legitimierter Fortschritt nicht am Ziel. Und soziale Gerechtigkeit auf diesem Handlungsfeld nicht realisiert. Aller Bedeutung zum Trotz ist gerade die Bildungspolitik ein Gebiet, über das man im politischen Wettbewerb sagt, dass man mit ihr keine Wahlen gewinnen, sie aber jederzeit verlieren kann. Dennoch ist sie in der SPD traditionell als politisches Grundanliegen verankert.

 

Dazu passt Waldenbucher Bildungsgeschichte: Es war ein Glücksfall und Standortvorteil, mit Oskar Schwenk, daran sei erinnert, einen Mann mit Weitblick und Durchblick am Ort gehabt zu haben. Über seiner Fellbacher Fabrik prangte in den 1950er Jahren sein Name in schöner Leuchtschrift. Als er abends einmal hinaufblickte,  kam er zu dem Entschluss, seinem Waldenbuch einen guten Start für die geplante neue Schule zu verschaffen und leistete einen stattlichen Beitrag zu ihrer Verwirklichung. Die Leuchtschrift prangt schon lange nicht mehr. Was blieb ist die Schule, die seinen Namen trägt. Eine weise Investition mit Zukunft.

 

Harald Jordan

[Foto OSS]

Der SPD Ortsverein wünscht allen Schülerinnen und Schülern einen guten Start ins neue Schuljahr!

 

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