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SPD im Kreis Böblingen

Bauland bereitstellen

Veröffentlicht am 14.03.2025 in Kommunalpolitik

"Meine Meinung" von Petra Menzel im Gäuboten vom 12.3.2025

In Herrenberg sind kleine Mietwohnungen, Wohnungen für dringend gesuchte Fachkräfte und ihre Familien und generationentaugliche Wohnquartiere seit Jahren Mangelware. Ein Hinderungsgrund sind fehlende Flächen für bezahlbares Wohnen.

Angesichts zäher, zu oft von Einzelinteressen bestimmter Verfahren dauert es jahrelang, bis neue Baugebiete realisiert wer- den. Bauwillige, Investoren und Wohnungssuchende weichen ins Umland aus. Herrenberg stagniert und bleibt eine Stadt, in der mehr als 85 Prozent der Wohngebäude Einfamilienhäuser sind – eine Struktur, bei der eine wachsende Zahl von Menschen das Nachsehen hat. Das tut einer Stadtgesellschaft auf Dauer nicht gut. Die Instrumente des Baugesetzbuches für eine zügige Bereitstellung von Bauland und zur Aktivierung ungenutzter Flächen müssen wir anwenden, anstatt die Probleme mit negativen Folgen für die Entwicklung unserer Stadt auszusitzen. Neben der Aktivierung von leerstehenden Wohnungen und Baulücken brauchen wir auch Neubauland. Die Zahlen liegen auf dem Tisch, ein Blick auf Wohnungsangebote und die aufgerufenen Preise belegt den Mangel. Die Entscheidung über Herrenberg-Süd kann nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Seit bald einem Jahr wartet der Bürgerrat auf eine Antwort des Gemeinderats auf sein Votum, das eine Stadtentwicklungsmaßnahme nach gründlicher Prüfung aller Gesichtspunkte befürwortet. Die Grundstückseigentümer erhalten einen angemessenen Preis, müssen keine Erschließungskosten und Folgekosten für die Infrastruktur bezahlen und können auf Wunsch auf für sie reservierten Flächen bauen. In 40 Jahren ist es nicht gelungen, für Herrenberg-Süd eine freiwillige Umlegung durchzuführen. Inzwischen sind die Haushaltsspielräume der Stadt dafür nicht mehr gegeben. Nur mit einer Stadtentwicklungsmaßnahme ist bezahlbarer Wohnraum ohne Belastung des städtischen Haushalts mit der Zwischenfinanzierung möglich. Die ganze Stadt und alle Beteiligten würden profitieren, wenn diese Chance konstruktiv genutzt wird.

Petra Menzel stv. Vorsitzende SPD-Fraktion im Gemeinderat

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