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SPD im Kreis Böblingen

"Das Wahljahr 2009 wird zum Schlüsseljahr unserer Stadtentwicklung"

Veröffentlicht am 10.11.2006 in Presseecho

Bericht von der öffentliche Mitgliederversammlung der SPD vom 10.11.2006

Die Stadtoberen könnten sehr zufrieden sein: Gefragt, wie gern sie in Herrenberg wohnen und leben, antworteten in einem Stimmungsbarometer bis auf einen Teilnehmer einer öffentlichen SPD-Mitgliederversammlung, dass sie gern oder gar sehr gern in der Stadt leben. SPD-Ortsverein und SPD-Gemeinderatsfraktion hatten zum regelmäßigen Treffen eingeladen, auf dem die Fraktion ihre Politik zur Diskussion stellt.

Die zentrale Lage, die liebenswerte Altstadt, die vielfältige Natur, aber auch das Vereinsleben, die Kinderbetreuung, die Eigenart der jeweiligen Teilorte oder der funktionierende Nahverkehr wurden als Begründungen für die Stärken der Stadt genannt.
"Herrenberg ist ein ausgewogenes Spiegelbild unserer Gesellschaft", so ein Mitglied. In einer Stärken und Schwächen-Analyse kamen aber dennoch auch Probleme der Stadt zur Sprache. An erster Stelle wurde die Belastung durch den Individualverkehr beklagt, aber auch die zunehmenden Einzelhandelslücken, das fehlende Kino, die Anbindung der Teilorte durch den Öffentlichen Nahverkehr. Bürger würden von der Verwaltung immer noch eher als Bittsteller und weniger als soziales Kapital für eine effektive Kooperation gesehen, vor Innovationen hätte man Angst und reihe sich bei Neuerungen immer erst ein, wenn alle schon Erfahrungen gesammelt hätten. Herrenberg als Mittelzentrum in enger Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden sei auch eher Theorie auf dem Papier der Landesplanung als Wirklichkeit. Die soziale Realität der Stadt sei auch häufig durch Desintegration geprägt: zwischen Schwaben und Nichtschwaben, zwischen Ausländern und Deutschen, zwischen Bewohnern aus der Kernstadt und denen der Teilorte. "Das Bewusstsein Bürger einer Stadt zu sein, ist noch zu wenig vorhanden", so Stadtrat Günter Achilles. Den meisten Bürgern der Stadt geht es gut, doch die geringe Anzahl der sozial Schwächeren finden oft nur unbefriedigende Angebote, beklagte Stadtrat Paul Binder und nannte als ein Beispiel die Wohnraumversorgung für Obdachlose.
In seinen Ausführungen zur aktuellen Kommunapolitik führte der Fraktionsvorsitzende Bodo Philipsen aus, dass es dringend an der Zeit sei, für die Stadt eine Entwicklungsvision zu entwickeln. Das vorhandene Leitbild der Stadt käme über eine nichtssagende Beschreibung der Lage nicht hinaus, der letzte Stadtentwicklungsbericht sei über 15 Jahre alt. Konkret forderte er nochmals eindringlich eine städtebauliche Untersuchung und Grobvision für Herrenberg Nord ein. "Wenn Herrenberg im Wettbewerb des Südens der Region Stuttgart sich behaupten will, muss sich die Kernstadt in ein modernes urbanes Zentrum des Gäus entwickeln." Die größten Entwicklungspotentiale sieht er im Herrenberger Norden, forderte aber auch, dass man die Planungen für die Baugebiete im Herrenberger Süden wieder aufnehmen müsse, um das Überleben der Altstadt zu sichern. Angesichts der widerstreitenden Expertenmeinungen sei ein Bürgerentscheid zum Freibad sehr angebracht. "Das ist eine konkrete und überschaubare Entscheidung, die heute schon zu zahlreichen Unterschriftensammlungen geführt hat." Die Frage des Standortes solle neben der Frage der Art des Bades durch die Bürger direkt entschieden werden.
Dann sammelten die Anwesenden ihre Wünsche an die Stadt: Herrenberg als Ort, in dem nur Passivhäuser gebaut werden, die Stadtwerke als aktive Kraft, die im Contracting Bürger beim Ressourcensparen hilft, eine Eisbahn, ein Wasserpark Ammerquellen, eine Altstadt, in der neben Einkaufen auch Wohnen und Arbeiten wieder ihren Platz finden, verkehrsberuhigte Hindenburg-, See- und Horberstraße, die Stillegung der Nagolderstraße, ein Stadtpark, ein Museum als Kulturzentrum, ein Kongress- und Bürgerzentrum, ein Friedhof in der Mitte der Stadt, eine Flaniermeile im Graben Ost, eine halbstündige Anbindung der Teilorte an die Kernstadt mit dem Bus und von vielen geäußert: eine kommunikative und kooperative Verwaltung.
Bodo Philipsen, der durch den Abend führte, informierte am Ende des Abends, dass Fraktion und Ortsverein in einem kleinen Arbeitskreis an die Vorbereitung der Wahlen zum Gemeinderat und zur Oberbürgermeisterwahl herangingen. "Das Wahljahr 2009 wird zum Schlüsseljahr unserer Stadtenwicklung."

Bodo Philipsen

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