Wir im Kreis Böblingen.

SPD im Kreis Böblingen

"Mut zur Entscheidung"

Veröffentlicht am 26.10.2013 in Presseecho

Lokalpolitische Kolumne des Gäuboten vom 19.10.2013 von Bodo Philipsen, SPD-Fraktionsvorsitzender

Seit drei Jahrzehnten diskutieren wir nun Straßentrassen, die unseren Reinhold-Schick-Platz entlasten. Nun biegen wir auf die Zielgerade ein.

Und das ist auch höchste Zeit: Wenn es uns nicht gelingt, die Abtrennung der Altstadt von den angrenzenden Stadtquartieren durch die vielbefahrene Hindenburg-, die See-, die Horber- und die Nagolder Straßen aufzulösen, dann wird die städtebauliche Entwicklung entlang der Bahnachse nicht gelingen. Die Altstadt braucht jetzt Luft, damit sie überleben kann.

Mit den Verkehrsanalysen des neuen Verkehrsgutachters wird jetzt klar:

1. Alle Zahlen, vor allem die der Prognose, liegen deutlich unter denen, die das alte Büro Kölz ermittelte. Rein für den Autoverkehr benötigen wir also keine neuen Straßen.

2. Der Schlossbergtunnel kann jetzt endgültig begraben werden. Die nun ermittelten Belastungszahlen auf dieser Wegstrecke mit ihrem
geringen Durchgangsverkehrsanteil würden den Bund niemals veranlassen, diesen Tunnel zu
bezuschussen. Allein können wir ihn aber nie zahlen.

3. Die Zahlen belegen eindeutig, dass unser Problem nicht der Durchgangsverkehr ist, sondern der eigene Verkehr, der der Herrenberger selber (bis zu 80 Prozent).

4. Eine spürbare Entlastung des Reinhold-Schick-Platzes und seiner zuführenden Straßen versprechen nur zwei Varianten: Entweder I3 plus I5 (ein kurzer Bahndammdurchstich zwischen Horber Straße und Nagolder Straße mit einer Verlängerung einer neuen Straße entlang der Bahnlinie bis zur Zeppelinstraße) oder eine Umfahrung G 14 Stern (eine Fortführung der Südumgehung und der Nordumgehung). Alle anderen Varianten weisen kein vernünftiges Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag auf.

5. Eine weitere Untersuchung muss nun städtebauliche Möglichkeiten, Lärm- und Abgasbelastungen, ökologischen Folgen, Kosten unter anderem für beide Varianten ermitteln. Dann aber werden wir um eine politische Entscheidung nicht herumkommen. Jede Fraktion wird diese Faktoren für sich gewichten müssen. Eine Variante ohne Nachteile ist schwer vorstellbar.

Eines ist für mich aber klar: Jede neue Straße ist nur zu rechtfertigen, wenn es dadurch möglich wird, unsere alten Altstadtgrenzen um einen Ring zu erweitern, wenn aus dem Reinhold-Schick-Platz ein verkehrsberuhigter Platz wird, wenn eine weitgehend vom Autoverkehr befreite Achse zwischen Bahnhof und Marktplatz entsteht und aus den bisherigen Straßenachsen Flaniermeilen werden, wenn dadurch das Radfahren, der Bus und die Fußwege so attraktiv werden, dass auch dadurch bis zu 20 Prozent der Autofahrten ersetzt werden und wenn der Ziel- und Quellverkehr aller Stadtquartiere auf die Umgehungsachse nach außen gezogen wird. Dann allerdings hätte Herrenberg sehr attraktive Perspektiven für Einzelhandel, innerstädtisches Wohnen, Kultur und Arbeiten in der Stadt.

Der mittelalterlichen Stadt würde Leben für das 21. Jahrhundert eingehaucht. Es wird höchste Zeit, dass wir nach mehr als 30 Jahren den politischen Mut zur Entscheidung aufbringen.

Homepage SPD Herrenberg

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