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SPD im Kreis Böblingen

Nicht wieder Haken schlagen

Veröffentlicht am 19.02.2021 in Presseecho
 

Andreas Stoch (links), Landesvorsitzender der SPD, unterhält sich mit Tunc Sevilgen, Inhaber La Piazza GB-Foto: Vecsey

Gäubote vom 19.02.2021

Herrenberg: SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch im Gespräch mit Gastronomie

Tunc Sevilgen ist seit zwei Jahren Inhaber des La Piazza am Herrenberger Marktplatz. Gestern bekam er Besuch von Andreas Stoch, SPD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl, und Jan Hambach, der den Wahlkreis Herrenberg-Leonberg im Parlament vertreten möchte. Sie sprachen über die Lage der Gastronomie.

Von Jochen Stumpf

Es sind die Finanzen, nach denen sich Andreas Stoch, von 2013 bis 2016 Kultusminister des Landes Baden-Württemberg, als Erstes erkundet. Tunc Sevilgen geht ganz offen damit um. „Im Dezember hatten wir 70, im Januar 90 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr“, erzählt der 58-Jährige. Aus mehr als 36 000 Euro wurden im Januar-Vergleich zu 2020 nun weniger als 6 000 Euro. Schon im Mai hatte er einen Kredit von 100 000 Euro aufgenommen. „Der ist auch schon weg.“ Immerhin kamen inzwischen die November- und Dezember-Hilfen des Bundes, der 75 Prozent des Vorjahrmonats ersetzt. „Das reicht zumindest, um die Kosten zu bezahlen. Es hat geholfen, uns über Wasser zu halten“, sagt Sevilgen. „Aber wir starten das Jahr mit 100 000 Euro minus.“

Tunc Sevilgen hat das La Piazza vor zwei Jahren übernommen, als die Familie des Vorbesitzers nach dessen Tod ihn ansprach. Mit fünf festangestellten Mitarbeitern, darunter eine Tochter im Servicebereich und die Ehefrau in der Buchhaltung, sowie aktuell zwei Aushilfen. In Spitzenzeiten im Sommer hat er sieben feste Mitarbeiter und sechs Aushilfen. Und darin besteht für ihn derzeit ein Problem, wie er Stoch auf dessen Nachfrage zum Personal erklärt. „Ich habe meine Leute gehalten“, sagt er. „Aber normalerweise würde ich jetzt Bewerbungsgespräche führen.“ Doch die Unsicherheit mache es schwer. „Wir wollen Perspektiven, Zahlen, Daten, um den Betrieb hochfahren zu können. Die Ware ist dabei das kleinste Problem. Es ist das Personal. Wir brauchen zwei Wochen Vorlauf.“

„Wir wollen Perspektiven, Zahlen, Daten“

Stoch, der mit einem Zweitmandat für den Wahlkreis Heidenheim im Landtag sitzt, stimmt zu. „Wenn man mit einem Inzidenzwert von 35 aufmachen will, muss man es jetzt sagen und darf nicht wieder anfangen, Haken zu schlagen“, appelliert er in Richtung Landesregierung. Er setzt darauf, dass im März erste Schritte gegangen werden, und nach Ostern weitere in Richtung Normalität folgen, ehe im Spätsommer alle geimpft sein sollen. „Das ist die Grundlage für alles“, meint der 51-Jährige. „Wir sagen seit zehn Monaten, dass es eine Inzidenz von null nicht geben wird, sondern die Frage ist, wann das Problem berechenbar wird.“ Es gebe keinen Plan B, mahnt Jan Hambach, Kandidat im Wahlkreis Herrenberg-Leonberg an.

Stoch will die Kommunen unterstützen, das durch Corona verschärfte Ausbluten der Innenstädte zu unterbinden. „Es gibt viele Leute, die wieder Menschen treffen und dieses Einkaufserlebnis haben wollen“, glaubt der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende. Er spüre eine Pendelbewegung weg vom Online-Handel. „Wir dürfen nicht zu verzagt in der Politik sein, sondern müssen das Signal geben, dass mutige Schritte kommen.“

Mit der SPD-Stadträtin Petra Menzel machen sich Stoch und Hambach auf zum Aischbach-Areal – exemplarisch für die Wohnbaubemühungen in Herrenberg. „Habt ihr eigentlich eine städtische Wohnbaugesellschaft?“, lautet Stochs allererste Frage. Ein Antrag der SPD-Fraktion liegt schon eine Weile vor, das Thema steht wieder auf der Agenda (der „Gäubote“ berichtete). 20 Prozent aller städtischen, zum Wohnbau vorgesehenen Flächen seien in Herrenberg für den sozialen Wohnbau vorgesehen, erklärt Petra Menzel. „Wir brauchen nicht nur Einfamilienhäuser“, sagt Stoch mit Blick auf eine aktuelle bundesweite Diskussion. „Wir brauchen eine verträgliche Innenentwicklung, aber auch eine Außenentwicklung.“ 500 000 Wohnungen würden im Land derzeit benötigt, berichtet der SPD-Spitzenkandidat. Aktuell sei gerade einmal die Hälfte in Sicht.

 

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