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SPD im Kreis Böblingen

Nirgendwo ist Sparen teurer

Veröffentlicht am 16.07.2026 in Aktuelles

"Meine Meinung" von Bodo Philipsen im Gäuboten vom 15.7.2026

Das löst berechtigt Nachfragen aus: Verwaltung und Gemeinderat wollen Zuschüsse für die Jugendarbeit kürzen, lautet eine Überschrift im Gäuboten. Nirgendwo ist Sparen teurer als bei Kindern und Jugendlichen. Nur mit selbstbewussten, kreativen, sozialen und gut ausgebildeten jungen Menschen hat Deutschland eine Zukunft. Übrigens auch die Alten. Und es steht nicht gut darum: Während die Leistungen in Deutsch und Mathe ständig abnehmen, nimmt die Zahl auffälliger Jugendlicher in den Schulen und die Zahl der Schulabbrecher zu. Und wäre das nicht schlimm genug, so kommt hinzu, dass populistischen Parteien rechts und links bei Jugendlichen immer mehr Anhänger finden. Deswegen wünschen wir mehr Förderung in den Kindertagesstätten, die zudem verpflichtend und kostenfrei sein sollen.

Deswegen wollen wir Sozialdemokraten gebundene Ganztagesschulen, in denen die Chance auf individuelle Förderung größer ist. Deswegen werden wir die Schulsozialarbeit und die mobile Jugendarbeit trotz riesiger Finanzprobleme nicht kürzen, die offene Jugendarbeit mit ihren vielfältigen Projekten weiter fördern. Das ursprünglich vorbildliche Beteiligungskonzept für Jugendliche hat aber in den letzten Jahren immer weniger funktioniert: Die Jugendforen waren schlecht besucht, die Schulen haben sie teilweise torpediert, die Jugenddelegation entwickelte kaum mehr Initiativen, es wurden keine Anträge gestellt, keine Reden im Gemeinderat gehalten, Jugendliche aus den Vereinen wurden kaum integriert und angesprochen, Kinder wurden sowieso bisher nicht gefragt. Viel Geld versickerte in einer aufgeblähten Verwaltung des Stadtjugendrings. Wir haben schon vor einem Jahr einen Antrag gestellt, die Kinder- und Jugendbeteiligung neu aufzustellen. Nur wenn junge Menschen spüren, dass ihre Stimme in unserer Demokratie gehört wird, werden sie wieder für unsere Demokratie gewonnen werden. Klar ist bei allem aber auch: Die großen Erziehungsdefizite in vielen Familien kann kein Staat allein ausgleichen. Am Ende müssen wir alle, Erwachsene und Jugendliche, weniger über Probleme klagen und jammern, sondern sie annehmen und lösen.

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