Wir im Kreis Böblingen.

SPD im Kreis Böblingen

Stellungnahme des SPD-Ortsvereinsvorstands und der SPD-Fraktion zum Bürgerentscheid

Veröffentlicht am 22.06.2025 in Aktuelles

Soll die Verpachtung kommunaler Waldflächen, die sich im Eigentum der Stadt befinden, an Windanlagenbetreiber unterbleiben?“ So wird die Fragestellung des Bürgerentscheids am 13.7. in Herrenberg sein. Wer also für Windkraft ist, muss mit Nein stimmen.

 Also eine nicht nur komplizierte, sondern auch nicht ganz faire Fragestellung der Windkraftgegner, die wir als Gemeinderat übernehmen mussten. Außerdem ist der Zeitpunkt für eine Entscheidung wenig geeignet, weil noch keine Fachgutachten zu Themen wie Wasser-, Lärm oder Artenschutz vorliegen. Keine Bürgerin, kein Bürger kann also eine qualifizierte Abwägung treffen. Jetzt müssen differenzierte Fachgutachten sorgfältig das prüfen, was so alles von Gegnern behauptet wird. Alle Fraktionen des Gemeinderates haben deswegen einstimmig beschlossen, dass wir den Weg der Umsetzung des Klimafahrplanes jetzt mit einem Pachtvertrag konsequent weitergehen.

  • Mit Windenergie leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
  • Wir machen uns unabhängiger vom Import fossiler Energien und
  • füllen am Ende auch noch die Kasse unserer Stadt. Etwa 2 Millionen Einnahmen durch Pacht und Gewerbesteuer jährlich kommen der gesamten Stadtgesellschaft zugute, was unsere Finanzsituation nicht grundsätzlich löst, aber deutlich verbessert.
  • Der Standort im Spitalwald ist von der Region als Vorrangfläche ausgewählt, weil hier auf einem der höchsten Punkte des Landkreises genügend Wind herrscht. Kein Projektierer würde ansonsten auch Millionen investieren. Übrigens: Keine Art der Energieerzeugung ist je ohne staatliche Förderung ausgekommen. Anders als behauptet wird, werden die Netze ausgebaut und Speicher erstellt, um den erzeugten Strom aufzunehmen. Auch Gaskraftwerke werden gebaut, die die Grundlast sichern und Dunkelflauten auffangen können.
  • Wir fällen durch die Windräder auch nicht mehr Bäume als wir sowieso im kommunalen Forst fällen würden. Außerdem muss durch Aufforstung ein Ausgleich geschaffen werden.
  • „Freie Horizonte“ wollen keine „Verspargelung“ und sprechen von der größten Veränderung unseres Landschaftsbildes der Geschichte als hätten wir keine Hochspannungsleitungen, Straßentrassen und Gewerbegebiete. Auf Sulzer und Jettinger Gemarkung sind Windräder schon in der Projektierung, die man von Herrenberg am Horizont sehen kann. Wenn also Windräder, dann lieber an einer Stelle gebündelt und damit Synergien nutzen.


Aber klar: Wenn der Bürgerentscheid erfolgreich wäre, würden die Anlagenbetreiber Flächen an anderer Stelle auf privatem Grund suchen, ohne dass die Stadt Einnahmen hätte. Richtig ist, dass jede Art der Energieerzeugung auch Nachteile hat. Aber gerade wir im Süden, die wir sehr viel Energie benötigen, können doch nicht von den Menschen in Norddeutschland, in Nordrhein-Westfalen oder Thüringen verlangen, dass sie Einschränkungen allein zu tragen haben. Und was soll die Alternative sein? Zurück zur Abhängigkeit von fossilen Energien, zurück zur Kernenergie oder gleich den Klimawandel leugnen? Das alles kann niemand ernsthaft wollen.

Allen muss klar sein: Mit dem Abschluss eines Pachtvertrages wird noch kein Windrad gebaut. Aber erst mit einem Pachtvertrag können wir mit Fachgutachten prüfen, ob der Standort am Herrenberger Spitalwald für die Nutzung von Windenergie geeignet ist. Diese Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen.

            Bodo Philipsen                                            Frank Däuber
              Fraktionsvorsitzender                               Vorsitzender OV Herrenberg

Homepage SPD Herrenberg

Counter

Besucher:3181773
Heute:317
Online:11