Gemeinsam mit der Aktionsgruppe Seebrücke des evangelischen Familienkreises sowie der EineWelt-Gruppe Waldenbuch veranstaltete der SPD-Ortsverband Waldenbuch am 14.10. einen Vortragsabend zum Thema Seenotrettung unter dem Titel „Man lässt keinen Menschen ertrinken. Punkt!“ Eröffnet wurde die Veranstaltung mit gewohnt tiefgängigen Worten von Siegfried Schulz, bevor die rund 40 ZuhörerInnen - darunter auch die drei Landespolitiker Florian Wahl (SPD), Matthias Miller (CDU) sowie Peter Seimer (Bündnis 90/Die Grünen) - zunächst einem mit beklemmenden und eindrucksvollen Bildern untermalten Vortrag von Herrn Olaf Oehmichen beiwohnten. In diesem schilderte er seine persönlichen Erfahrungen als Seenotretter bei mehreren Fahrten mit Rettungsbooten der Organisation Sea Eye. Ebenfalls ging er auf die aktuelle Situation der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer ein und die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen, die das massenhafte Sterben vor den Küsten Europas begünstigen und bedingen. Anschließend übernahm Frau Ines Fischer, Asylpfarrerin aus Reutlingen, das Wort. Auch sie begann zunächst mit persönlichen Eindrücken aus ihrer täglichen Arbeit in der Flüchtlingshilfe, leitete jedoch dann zum großen Ganzen über und schlug immer wieder den Bogen zwischen den Verantwortlichen in der Politik, aber auch der persönlichen Positionierung jedes und jeder Einzelnen in der Gesellschaft. Schließlich hatte das Publikum Gelegenheit zu konkreten Fragen an die beiden Referierenden, moderiert von SPD-Vorstandsmitglied Susanne Cianci. Zuletzt dankte Burkard Wolf von der EineWelt-Gruppe für die Einblicke in das Thema und überreichte Geschenkkörbe. Der Aufruf zu Spenden an die BesucherInnen im Saal verhallte nicht ungehört, was umso erfreulicher ist, als die EineWelt-Gruppe angekündigt hatte, die Spendensumme zu verdoppeln. Das Schlusswort übernahm Frau Ulrike Fürstenberg vom Familienkreis, in welchem Sie für Frühjahr 2022 eine Folgeveranstaltung in Form einer Podiumsdiskussion ankündigte. Die drei veranstaltenden Organisationen, darunter natürlich auch wieder die SPD Waldenbuch, freuen sich bereits jetzt auf rege Teilnahme.
Weitere Infos zum Thema auch hier: https://youtu.be/SfKG6yagh60

Gäubote vom 19.102921
Meine Meinung
Von Stefan Halanke, SPD-Stadtrat in Herrenberg
Stellen Sie sich vor, dass Sie praktisch nichts mehr für die Heizung bezahlen müssen, nichts mehr an der Tankstelle, nichts mehr für Licht und Waschmaschinenbetrieb. Stellen Sie sich weiter vor, dass Sie auf den Hauptverkehrsstraßen wieder frei atmen können, dass der Lärm deutlich abgenommen hat und dass Sie ohne Staus nach Herrenberg kommen.
Überall in Herrenberg sind Bäume und Grünflächen, wo einst unzählige Autos abgestellt waren. Und das Beste: Wir sind nicht mehr abhängig von Öl- und Gasimporten aus Ländern wie Saudi-Arabien und Russland, sondern erzeugen unsere Energie selber. Unser Geld fließt nicht mehr in Diktaturen, sondern schafft Arbeit und Wohlstand hier in Herrenberg. So könnte die Energiewende aussehen, wenn wir unsere Dachflächen und einige Freiflächen mit Voltaikanlagen ausstatten, intelligente Speichersysteme nutzen und uns als Energieerzeuger vernetzen. Vielleicht sollte dann noch die eine oder andere Windkraftanlage hinzukommen, die als Bürgermodell betrieben wird.
Natürlich fragen Sie: Wer soll das alles bezahlen? Zunächst werden wir alle kräftig investieren müssen, das können manche besser als andere. In Deutschland sucht sehr viel privates Kapital Anlagemöglichkeiten und heizt momentan die Immobilienblase an. Davon könnte so manches in nachhaltige und gewinnbringende Energiefonds fließen. Daneben könnten die Stadtwerke Modelle anbieten, mit denen weniger finanzkräftige Bürgerinnen und Bürger neue Heizungen, Voltaikanlagen und Sanierungen auf Kredit finanziert bekommen, den sie mit ihren Energieersparnissen wieder abzahlen.
Nach spätestens 15 Jahren amortisiert sich nahezu jede Anlage, insbesondere wenn die CO 2 -Bepreisung und die Förderung durch den Staat steigt. Nur eines ist klar: Viel Zeit haben wir nicht mehr, um katastrophale Klimaveränderungen zu verhindern. Wir müssen jetzt ins Handeln kommen: Die Bürger, Kommunen, Land und Bund, Gewerbe und Landwirtschaft. Nicht zu handeln, wäre das Teuerste und würde viele Menschenleben kosten.
In ihrem Schreiben an die Mitglieder bedankt sich Jasmina Hostert für die tatkräftige Unterstützung im Wahlkampf. „Zusammen haben wir einen engagierten Wahlkampf auf die Beine gestellt, sind stets als ein Team aufgetreten. Von Euch habe ich viel Rückenwind bekommen und tatkräftige Unterstützung erfahren. Ich danke Euch ganz herzlich dafür!“
Generalstreik und ‚Arbeit in Selbsthilfe‘
Einen überaus interessanten Jahresausflug unternahmen die SPD-Ortsvereine Waldenbuch und Dettenhausen am vergangenen Samstag. Die Reisegruppe marschierte auf den Spuren des Mössinger Generalstreiks von 1933. Politisch aktive Arbeiter und ‚Mondschein-Bauern‘ stemmten sich damals mit einem Streik gegen die nationalsozialistische Machtergreifung. Sie wehrten sich auch gegen die gewaltsame Unterdrückung der Arbeiterkultur in selbständigen Gesangvereinen und Turnerbünden. Der Ausgangspunkt der Stadtbesichtigung war die Langgass-Turnhalle mit der dort angebrachten Gedenktafel. Über die Alte und Neue Pausa führte die Route zur Bahnhofstraße. Dort wurde der friedliche Protest von Polizeikräften gewaltsam niedergeschlagen und anschließend mit drakonischen Strafen belegt. Der Arbeiterprotest im damaligen Billiglohngebiet Steinlachtal verdeutlicht, dass heute im globalen Zusammenhang mit noch mehr Einsatz weltweit faire Arbeitsbedingungen erkämpft werden müssen. Bei einem Besuch im Mössinger Rathaus wurde die Gedenkstätte für den Generalstreiks besichtigt. Der Museums-Kubus präsentiert sehr anschaulich alle Informationen zu der weit über Mössingen hinaus bekannten Widerstandsaktion.
Am Nachmittag stand ein Besuch auf dem Kastanienhof in Bodelshausen auf dem Programm. Dort sorgt die gemeinnützige GmbH ’Arbeit in Selbsthilfe‘ für einen neuen Ansatz in der Hilfe für Menschen mit einem Handicap. Mit individuell eingerichteten Arbeitsplätzen in einem breit aufgestellten landwirtschaftlichen Betrieb, einer Mosterei, einer Gärtnerei, einem Café und einer Ladenkette wird eine breite Palette von Lebensmitteln und regionalen Produkten hergestellt, verarbeitet und verkauft. Aus Hilfeempfängern werden sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die selber einen bedeutsamen volkswirtschaftlichen Beitrag leisten.
Ein eindrückliches Beispiel hatten die Besucher vor Augen bei der Besichtigung des fahrbaren Freiland-Hühnerstalls mit 1500 Hennen. Für eine Autistin, die persönliche Kontakte als Qual erfährt, wurde dort ein Arbeitsplatz geschaffen, bei dem sie völlig selbstständig alle gelegten Eier einsammelt, reinigt, sortiert stempelt und für den Verkauf bzw. die Weiterverarbeitung in den angegliederten Bäckereien und Nudel-Manufakturen bereitstellt. Durch ein aufmerksames und engagiertes Personalmanagement haben in dem öffentlich zugänglichen Betrieb über 40 Mitarbeiter/innen eine Anstellung gefunden.
Mehr Infos unter https://arbeit-in-selbsthilfe.de/ , weitere Bilder sind in der Bildergalerie zu finden
Harald Jordan und Martin Kreuser dankten im Namen der Reisegruppe dem Organisator Uli Doster und seiner Frau für den überaus interessanten Tag!
M. Kreuser
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