Wir im Kreis Böblingen.

SPD im Kreis Böblingen

Kein ÖPNV-Roulette

Gäubote vom 20.01.2023

Meine Meinung

Andreas Kegreiß, SPD-Stadtrat in Herrenberg

Es gab Zeiten, in denen man sich auf die S-Bahn als pünktliches und zuverlässiges Verkehrsmittel verlassen konnte. Inzwischen ist der Fahrgast aber zu oft von allen guten Anschlüssen verlassen. Die S-Bahn kommt zu spät, der Bus ist weg und man friert wartend auf den nächsten Bus oder die Ammertalbahn. Das machen viele nicht oft mit und wechseln dann doch wieder lieber auf das Auto. Lokal können wir etwas tun. Neben vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung wie GPS gesteuerte Ampelvorrangschaltungen für Busse oder eine Pförtnerampelfunktion der Ampel am Stadteingang braucht es zur Stabilisierung Maßnahmen, die auch die Linienverläufe ändern.

Wir schlagen vor, die Buslinien in Richtung Tübingen wie 791 (Entringen) und 782 (Waldfriedhof) vom ZOB Bahnhofstraße zur Bushaltestelle auf der Nordseite des Bahnhofs zum ZOB Kalkofenstraße zu verlegen. Dann stünden diese Busse nicht mehr im Stau in der Horber Straße und müssten nicht mehr auf Grün am Schickplatz und aus der Bahnhofstraße warten. Und den Wegfall des Haltepunktes Zwerchweg könnte die Ammertalbahn dazu nutzen, in Herrenberg die Minute später abzufahren, statt in Gültstein zu warten.

Für eine Bestandsaufnahme benötigen wir Kennzahlen zur Anschlussqualität: Wann kommen Busse und Bahnen in Herrenberg wirklich an. Nur dann können wir auch grundlegende Verbesserungen vornehmen. Und für die Anschlussaufnahme müssen Verspätungen den Fahrgästen und den Busfahrern transparent und zeitnah mitgeteilt werden, damit gegebenenfalls entsprechend reagiert werden kann.

Die einst beworbene ÖPNV-Drehscheibe Herrenberg muss wieder zur funktionierenden Drehscheibe aller Verkehrsträger werden – und eben kein Roulette, bei dem die Fahrgäste darauf hoffen müssen, dass zufällig die jeweiligen Verbindungen auch tatsächlich erreicht werden können. Nur dann werden wir Menschen bewegen können, auf den ÖPNV umzusteigen.

ZOB nur noch in Kalkofenstraße?

Gäubote vom 20.01.2023

Herrenberg: SPD-Antrag schlägt vor, die Buslinien zu bündeln.

Die SPD-Fraktion im Herrenberger Gemeinderat bittet in einem Antrag die Stadtverwaltung. zu prüfen, ob die An- und Abfahrt aller Buslinien vom Busbahnhof Süd auf den Busbahnhof Nord (Kalkofenstraße) verlegt werden kann. Davon ausgenommen sollen die Linien bleiben, die in Richtung Gäufelden/Mötzingen fahren. Die Busse, die über die Horber Straße Richtung Reinhold-Schick-Platz fahren müssen, haben mehrere Hindernisse, die eine pünktliche Taktung erschweren, wie die SPD argumentiert: Ampel an der Einfahrt in die Horber Straße, Ampel am Reinhold-Schick-Platz mit langen Rückstaus in der Horber Straße, sehr enge Abbiegebeziehung Richtung Hindenburgstraße am Reinhold-Schick-Platz. „Wenn diese Barrieren wegfallen, dann könnten die Pünktlichkeit und Schnelligkeit des Busses zunehmen. Außerdem ist ein einheitlicher Busbahnhof für Nutzer auch leichter verständlich. Eventuell erforderliche Ausbaumöglichkeiten wären auf dem Gelände des momentanen Parkhauses oder auf dem Kemmler-Areal denkbar und zu prüfen“, heißt es in dem SPD-Antrag. Die Bushaltestelle an der Nagolder Straße (bei der Bahnbrücke) müsste allerdings entfallen. 

-gb

„Stadt nicht an die Wand fahren lassen“

Gäubote vom 13.01.2023

Herrenberg: SPD begrüßt im Etat vor allem Investitionen im Bereich Bildung.

„Ein Haushalt im Schatten des Putin-Krieges“, so sehen die Sozialdemokraten den Ausnahme-Etat der Stadt 2023 mit einer Rekordverschuldung. Die SPD werde ihn dennoch mittragen, weil er bei den geplanten Investitionen auf die richtigen Schwerpunkte setze, heißt es hierzu in einer von Fraktionschef Bodo Philipsen gezeichneten Pressemitteilung.

Erst am Anfang
Bodo Philipsen

Gäubote vom 20.12.2022

Meine Meinung

Bodo Philipsen Fraktionsvorsitzender SPD-Fraktion Herrenberg

Dass es so lange dauert, hatten wir 2017 auch nicht gedacht, als wir die Anregung eines Masterplans Schulen eingebracht haben. Nun ist es aber so weit und der Masterplan ist mehr, als wir uns damals vorstellten: Er zeigt nicht nur auf, wo saniert werden muss, sondern bezieht wachsende Schülerzahlen und pädagogische Schulentwicklungen mit ein. Kaum überraschend: Die Bilanz ist ernüchternd und die Aufgaben sind riesig.

Schockiert muss man auch sein, wenn man von den Schulen im Schulbeirat hört, dass sehr viele SchülerInnen überhaupt nicht mehr in der Lage sind zu lernen, dass Verhaltensauffälligkeiten zunehmen, dass etwa ein Fünftel der SchülerInnen am Ende der Grundschulzeit nicht richtig lesen, schreiben und rechnen können und dass dabei die soziale Schere immer weiter auseinandergeht. Bildung ist unser einziger Rohstoff in Deutschland und ohne Bildung ist unsere demokratische Gesellschaft in großer Gefahr. Wenn das Versprechen, durch Bildung aufzusteigen, nicht mehr gilt, dann werden sich viele von unserem System verabschieden. Für eine gute Bildung braucht es Räume, die Lernen in einer wertschätzenden Umgebung ermöglichen. Das ist aber nicht alles: Gute Bildung für alle ist nur in gebundenen Ganz tagsschulen möglich, wenn Defizite aus den Familien wirklich ausgeglichen werden sollen. Und gute Bildung muss in den Kindergärten be ginnen, wenn sie prägen soll. Da sind wir zu sehr damit beschäftigt, ausreichend Plätze zur Verfügung zu stellen und zu wenig damit, Qualität zu überprüfen. Der Übergang von den Kitas in die Grundschulen gelingt ganz offensichtlich schlecht, auch der von den Grundschulen zu den weiterführenden Schulen. Vielleicht ist die Anregung eines Vaters gut, einen Bildungsgipfel in Herrenberg einzuberufen. Mit der Aufgabe, gute Bildung herzustellen, stehen wir jedenfalls erst am Anfang. Der Masterplan ist ein Baustein dazu.

Darum radikalisieren sich junge Menschen

Gäubote vom 03.12.2022

Herrenberg: Um die Prävention von Extremismus ging es auf der Mitgliederversammlung der SPD.

Zur Demokratie gehört auch die legitime Intoleranz“, mahnte Gabriele Wagner in ihrem Vortrag zu Extremismusgefahren auf der Mitgliederversammlung der Herrenberger Sozialdemokraten. Keine Toleranz dürfe es gegenüber all denen geben, die Demokratie, Freiheit und Rechtsstaat bekämpfen. Die zunehmende Zahl radikaler Kräfte in Deutschland sei eine Bedrohung für den demokratischen Staat.

Die letzten Jahre ihrer Berufstätigkeit hat Gabriele Wagner in der Flüchtlingsbetreuung in Sindelfingen gearbeitet. Aus dieser Tätigkeit bringt sie zahlreiche konkrete Erfahrungen mit Radikalisierungen von vorwiegend jungen Menschen mit. Wenn Jugendliche am Anfang ihres Lebens den Eindruck haben, dass sie nicht beachtet und gewürdigt werden, dass sie nicht die gleichen Chancen im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt haben, dann könnten sie leicht von extremistischen Kräften erreicht werden. Ein klares Weltbild, eine feste Gemeinschaft und klare Regeln verschaffen ihnen in dieser Situation Halt. Radikalisierung sei, so Wagner, auch ein Ergebnis mangelhafter Integrationspolitik.

Mangelhafte Integrationspolitik verantwortlich

Vielfach seien im Umfeld von Moscheen Parallelgesellschaften entstanden, die den Kontakt zum normalen deutschen Alltag verloren haben. Ähnliches passiere bei vielen Anhängern von Verschwörungstheorien, die gegenüber dem demokratischen Staatswesen nur noch Misstrauen entgegenbringen.

In der sehr lebhaften Diskussion der Mitglieder wurde schnell deutlich, dass viele persönliche Erfahrungen mit Extremismus mitbringen. Besonders eindrucksvoll der Bericht eines Schwerbehinderten, der auf der Straße bedroht wurde. Als Parteimitglied erlebe man an Infoständen in der Fußgängerzone häufig Ablehnung, weiß ein anderes Mitglied zu berichten. Viele seien mit den zahlreichen ökonomischen, sozialen und kulturellen Umbrüchen überfordert. Die Zeitenwende löse bei vielen Ängste aus und nähre die Illusion, dass man mit einem „zurück in alte Zeiten“ wieder zu früher erlebten Sicherheiten zurückfinden könne.

Einig waren sich die Mitglieder, dass der Staat in dieser Situation alles tun müsse, um den Menschen Sicherheiten zu schaffen. Die Sozialdemokratie als Partei des Gemeinwohls käme im Umfeld einer zunehmend egoistischer werdenden Ich-Gesellschaft eine zentrale Rolle zu, mahnte die Ortsvereinsvorsitzende Petra Menzel und der Fraktionsvorsitzende Bodo Philipsen ergänzte: „Wenn es der Regierung gelingt, die Menschen sicher über diesen Winter zu bringen, müsse man sich über Extremismus weniger Sorgen machen.“

-gb-

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