Antrag:
An Stelle der aktuellen Anträge der CDU-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/ DIE GRÜNEN zu Einzelmaßnahmen auf dem Graben beantragen wir ein „Gesamtkonzept Fahrradabstellplätze“.
Begründung:
Sichere, bequeme und gut platzierte Abstellanlagen in ausreichender Zahl für Fahrräder in der Innenstadt und am Bahnhof sind notwendiger Bestandteil eines fahrradfreundlichen Verkehrskonzepts. Ohne Abstellplätze ist das Radwegekonzept nur eine halbe Lösung; wenn es den gewünschten Erfolg hat, reichen die derzeitigen Abstellflächen für Fahrräder nicht aus. Wir verweisen dazu auf die aktuelle Bedarfsanalyse des „Runden Tisch Radverkehr“ vom 04.05.2020. Einzelmaßnahmen müssen in einem Gesamtkonzept geplant und umgesetzt werden, orientiert am Radwegekonzept und nicht an einzelnen Gelegenheiten.
Bewohner und Beschäftigte in der Innenstadt nutzen vermehrt Fahrräder für ihre Wege zur Arbeit. Die Räder werden dann oftmals mangels anderer Möglichkeiten in Hausfluren, auf Treppenabsätzen, in Kellern oder Wohnungen abgestellt, was mit schweren Rädern nur bedingt attraktiv ist. Die Nutzerzahlen würden mit hoher Wahrscheinlichkeit steigen, wenn für oftmals sehr hochwertigen Fahrräder mehr diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten zur Verfügung ständen.
Eine gesicherte und wetterfeste unterirdische Abstellmöglichkeit könnte als teil- oder vollautomatische Fahrradabstellanlage an zentraler Stelle in der untergenutzten Unterführung am Übergang Moltkestraße – Hindenburgstraße eingerichtet werden. Dies wäre eine gute und notwendige Ergänzung des Radwegekonzepts, die in Zusammenarbeit mit interessierten Anlagebauern als Pilotprojekt im Rahmen des Modellstadtvorhabens eingerichtet und erprobt werden könnte. Ziel ist, den unterirdischen Raum zu nutzen und ohne, dass Treppen überwunden werden müssen, ein sicheres Parken der Fahrräder für interessierte Dauermieter zu ermöglichen. Damit erweitern wir das Angebot an Anwohnerparkplätzen auf den erwünschten Kreis der Nutzer des umweltfreundlichen Radverkehrs.
Um noch mehr Pendler zu gewinnen, mit dem Rad statt dem Pkw zum Bahnhof zu fahren, sind die Kapazitäten an sicheren und wetterfesten Abstellmöglichkeiten zu erweitern. Die angedachten Abstellplätze im Parkhaus sind eine relativ teure Lösung. Hier könnten die stadtmobile stehen und an Stelle der dafür reservierten Parkplätze auf der Bahnhofsüdseite wäre Platz für Fahrradboxen.
Fahrradstellplätze im Parkhaus müssten getrennt vom Autoverkehr erreichbar sein und überwacht werden. Weitere Standorte für attraktive Parkierungsangebote für Radfahrerinnen und Radfahrer im unmittelbaren Bahnhofsbereich sollen geprüft werden. Die Bedarfsanalyse des „Runden Tisch Radverkehr“ vom 04.05.2020 wird dabei berücksichtigt.
Mit freundlichen Grüßen
Bodo Philipsen
Fraktionsvorsitzender
Anlage: Bedarfsanalyse des „Runden Tisch Radverkehr“ vom 04.05.2020
Gäubote vom 13.05.2020
Herrenberg – Die SPD-Fraktion im Herrenberger Gemeinderat spricht sich dafür aus, statt der Einzelmaßnahmen, wie sie CDU und Grüne beantragen, lieber ein Gesamtkonzept zu Fahrradstellplätzen und einem Pilotprojekt für eine automatisierte Fahrradabstellanlage anzugehen. Einen entsprechenden Antrag hat Fraktionsvorsitzender Bodo Philipsen nun eingereicht.
Gäubote vom 08.05.2020
Herrenberg – Die 26-jährige Altenpflegerin und Mutter eines eineinhalbjährigen Sohnes Pia Ellen Böttcher will als Zweitkandidatin gemeinsam mit Jan Hambach für die SPD im Wahlkreis Leonberg-Herrenberg für den Landtag kandidieren, wie sie in einer Pressemitteilung erklärt.
Die Herrenbergerin kam durch die Initiative „Frida - Frauen in die Parlamente!“ erst 2018 in die Politik und schaffte bei der Kommunalwahl 2019 fast auf Anhieb den Sprung in den Herrenberger Gemeinderat.
„Aus eigener Erfahrung weiß ich, Pia Ellen Böttcher dass der Spagat zwischen Arbeit und Familie jeden Tag für viele Menschen zu einer neuen Herausforderung macht. Besonders, wenn mein Wohnort darüber entscheidet, wie hoch die Kitagebühren sind“, sagt Pia Ellen Böttcher (GB-Foto: gb). In einigen Kommunen zahlen laut ihrer Pressemitteilung die Familien gar nichts oder nur wenig, in anderen Kommunen – wie beispielsweise in Herrenberg – hätten sie durch die Kitagebühren eine enorme finanzielle Belastung. „Gebührenfreie Kitas würden es attraktiver machen, eine Familie zu gründen und allen Kindern einen gleichberechtigten Zugang zur bestmöglichen Förderung zu geben“, sagt Böttcher.
Als Altenpflegerin sei ihr die Verbesserung des Gesundheitswesens wichtig. „Um meinen und die anderen Gesundheits- und Pflegeberufe attraktiver zu machen, müssen neue Konzepte her. Am meisten spüren wir das jetzt, mitten in der Krise“, sagt Böttcher. Es brauche eine bessere Entlohnung, neue Arbeitszeitmodelle, andere Personalschlüssel, mehr allgemein verbindliche Tarifverträge und eine Pflegekammer, die Qualitätsstandards erarbeite, sich aktiv in die Politik einmische, die Beschäftigen juristisch, fachlich sowie ethisch berate und deren Interessen vertrete.
-gb-
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