Lokalpolitische Kolumne des Gäuboten vom 18.02.2017
Meine Meinung
Von Bodo Philipsen, Fraktionsvorsitzender der SPD Herrenberg
Übelriechende Toiletten, defekte Dächer, Schimmel, nicht schließende Fenster oder uralte Teppichböden: Unsere Schulen sind vielfach übel heruntergekommen. Damit senden wir den Schülern eine eindeutige Botschaft: „Bildung ist uns nicht so wichtig“ oder schlimmer „Ihr seid uns nichts wert.“ Kalte, abweisende und trostlose Räume belasten Stimmung und Motivation der Schüler, führen zu Vandalismus und sinkender Lernbereitschaft. Der Glanz der Konsumwelt und Banken machen das im Vergleich alles noch schlimmer. Arbeitnehmer hätten diesen Arbeitsplatz längst gekündigt, Hunderte von Schülern aber haben keine Wahl und müssen sich manchmal bis zu acht Stunden in diesen Räumen aufhalten.
Rede zum Haushalt 2017 von Bodo Philipsen, Fraktionsvorsitzender der SPD
Noch nie seit Gründung der Bundesrepublik hatten Bund, Länder und Kommunen so hohe Einnahmen wie heute. Gleichzeitig sind aber die Investitionen viel zu niedrig. Unsere marode Infrastruktur gefährdet unsere Zukunft. Das gilt auch für Herrenberg. Wenn wir morgen gut und bezahlbar wohnen wollen, wenn wir in unserer Stadt Arbeitsplätze und Gewerbesteuer ausbauen wollen, wenn wir gute Kinderbetreuung und Schulen, attraktive Einkaufsmöglichkeiten oder unsere Mobilität verträglich organisieren wollen, dann müssen wir heute investieren.
Und die Chancen sind so gut wie nie: Die Konjunktur brummt, die Zinsen sind auf Rekordtief, private Investoren im gewerblichen oder privaten Immobilienbereich stehen Schlange, große Innenbereiche der Kernstadt sind freie Brache und stehen schon im städtischen Eigentum, die städtischen Einnahmen florieren, die Pläne sind geschmiedet, die Weichen gestellt. Nun muss nur noch der Zug aufs Gleis gesetzt werden.
Das Jahr 2017 kann in die Geschichte unserer Stadt eingehen. Es wird dann in die Geschichte eingehen, wenn es uns gelingt, aus den vielen Plänen der Stadtentwicklung Wirklichkeit zu machen. Ob auf dem Gelände Seeländer, BayWa, Leibfried, Aischbach oder am Stabiareal – das Jahr 2017 muss das der Baggerbisse und Spatenstiche werden.
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