28.10.2024 - 18:45 Uhr
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Jasmina Hostert hat das Leonberger Krankenhaus besucht. Chefarzt Michael Beier führte sie durch die Notfallambulanz – natürlich kamen dabei auch heikle Themen zur Sprache.
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Dass dieses Teamwork in schwierigen Zeiten für die Krankenhäuser im Landkreis Böblingen notwendig ist, wurde am Montagvormittag deutlich. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Jasmina Hostert schaute im Leonberger Krankenhaus vorbei und ließ sich die Notaufnahme und später auch die Innere Klinik zeigen. „Ich hatte mich schon darauf eingestellt, dass hier nicht alles hurra, alles super ist“, so die Politikerin. Geschönt wurde in der Tat wenig, die Atmosphäre blieb aber trotz aller Sorgen und Ängste freundlich.
Denn heikle Themen gibt es genug: die inzwischen im Bundestag beschlossene Krankenhausreform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zum Beispiel. Statt ein breit angelegtes Versorgungsangebot bereitzuhalten, sollen sich die einzelnen Häuser auf bestimmte Gebiete spezialisieren. Patienten müssen künftig also weitere Strecken zurücklegen. Der Klinikverbund Südwest hat sich darauf eingestellt. Im Medizinkonzept, das in hitzigen Debatten erarbeitetet wurde, behält das Leonberger Krankenhaus seinen Status als Grundversorger – mit den Aushängeschildern Innere Kliniken mit Darmzentrum sowie Bauchchirurgie.
„Die Notaufnahme ist eher so etwas wie der Maschinenraum der Klinik“, verrät Michael Beier, „darüber reden die Leute nicht oft.“ Rund 29 000 Patientinnen und Patienten kommen pro Jahr im Erdgeschoss des Leonberger Krankenhauses an: ein Drittel mit dem Rettungswagen, der Rest kommt von sich aus. Beier nimmt kein Blatt vor den Mund: „Die ambulanten Patienten, die zu uns kommen, können wir nicht auf Rosen betten. Die kommen aber zu uns, weil es anderswo schlimmer ist.“ In der Tat arbeite man „unter teils wilden Bedingungen“. Mit Blick auf die schwierige Finanzierungslage fügt Beier hinzu: „Englische Verhältnisse, bei denen Krankenwagen über Stunden vor der Notaufnahme warten müssen, würde ich mir hier eher nicht wünschen.“
Die Leonberger Notaufnahme ist hochmodern. Die verschiedenen Pieptöne der Gerätschaften klingen wie eine Kakofonie aus Spielautomaten und Lkw-Rückwärtsgang. Das gut eingespielte Team weiß aber natürlich, was jeder einzelne Laut zu bedeuten hat. Inmitten der Soundkulisse steht das Grüppchen, zu dem neben Baier und Hostert unter anderem auch die beiden Leonberger Sozialdemokraten Günther Wöhler und Elviera Schüller-Tietze sowie Ambulanz-Leiterin Mandy Fehrenbacher gehören. Während der Chefarzt die GPS-Echtzeiterfassung der Krankenwagen-Ankunftszeiten erläutert, wird ein Patient hereingeschoben. „Wir brauchen Sauerstoff, dringend!“, lautet die Ansage der Rettungswagenbesatzung.
In den Schockraum muss der Mann nicht gebracht werden. Dorthin kommen schwerere Fälle. „Hier können wir wiederbeleben, beatmen, Drainagen legen, all das“, erklärt Beier, der seit 2022 am Leonberger Klinikum ist. „Jeder kennt seine Aufgabe, es wird ein Schema abgearbeitet.“ Dabei gehe es sehr strukturiert zu. „Wir machen keine Gefühlsmedizin mehr wie noch vor vielen Jahren.“ SPD-Kreisrat Günther Wöhler, selbst Mediziner und Gründer der Notfallpraxis einen Stock höher, hakt ein: „Das ist natürlich etwas anderes als in der Notfallpraxis, wo zunächst einmal Stethoskop und Rezeptblock die wichtigste Ausrüstung sind.“
Aus einer der Zugangstüren fällt der Blick auf den Start- und Landeplatz des Rettungshelikopters Christoph 41. „Die Klinikreform bringt ja vielleicht mit sich, dass es mehr Verlegungen gibt“, so Beier, „wer weiß, vielleicht bleibt der Hubschrauber ja doch hier. Wir hoffen weiter.“ Später wird der Chefarzt im Gespräch erläutern: Die Anzahl der Patienten, die der Hubschrauber direkt nach Leonberg bringt, ist vergleichsweise gering. Er dient für den Transport über lange Strecken und als Notarzt-Zubringer im ländlichen Raum. „Außerdem ist er auch ein Punkt für die Mitarbeiterbindung: Viele machen das einfach gerne“, so Beier.
Der Rundgang endet in der Inneren Klinik. Auch dort formuliert Leiterin Barbara John ihre Sorgen angesichts der gesundheitspolitischen Entwicklungen. „Die neuen Strukturen gefährden auch die Weiterbildung, außerdem werden die Wege länger“, lauteten zwei ihrer Argumente. Noch deutlicher wurde Michael Beier zum Abschluss: „Man überlässt das Überleben der Krankenhäuser dem finanziellen Markt und nicht dem Patientenbedarf.“
„Wir müssen jetzt schauen, wie sich das Bundesgesetzt nun auswirkt“, lautete Jasmina Hosterts Fazit. Worauf Beier entgegnete: „Wir würden lieber hören, dass man schon weiß, wie es sich auswirkt.“ Damit konnte die Abgeordnete allerdings nicht dienen.
Kandidatin
Der SPD-Kreisverband hat Jasmina Hostert erneut als Kandidatin für die Bundestagswahl nominiert. Diese findet am 28. September 2025 statt. Die 41-jährige Böblingerin, die seit 2021 im Bundestag sitzt, erhielt bei der Nominierungskonferenz in Ehningen 97,5 Prozent der Stimmen.
Die jüngsten Tage waren für den Gesundheitspolitiker und Wahlkreisabgeordneten Florian Wahl angefüllt von den Plänen zur Schließung von Notfallpraxen im Land. Er war Teil des Protests gegen die aktuellen Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung, die zur Reduzierung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung führen würden.
Florian Wahl: „Allein in den Räumen Karlsruhe und Stuttgart sollen von den 18 dort bestehenden Notfallpraxen 10 geschlossen werden – ein massiver Einschnitt, der die Gesundheitsversorgung in unseren Städten und ländlichen Gebieten erheblich verschlechtern würde. Besonders erschüttert hat mich das Beispiel der Stadt Backnang. Dort wurde den Bürgern und Bürgerinnen nach der Schließung des örtlichen Krankenhauses versprochen, dass zumindest eine Notfallpraxis dauerhaft erhalten bleibt. Dieses Versprechen soll nun gebrochen werden.
Der Marburger Bund und Gesundheitspolitiker/innen von SPD und FDP haben die geplanten Schließungen scharf kritisiert und sie als „Katastrophe“ bezeichnet. Aus meiner Sicht gefährden sie die wohnortnahe medizinische Versorgung der Bevölkerung – besonders in Notfällen. Auch Bürger/innen aus Calw haben an der Kundgebung vor dem Gebäude der KVBW teilgenommen, da ursprünglich die Schließung der Notfallpraxis in ihrer Stadt angekündigt war. Laut KVBW wird die Praxis in Calw nun doch nicht geschlossen, doch der Standort Nagold soll stattdessen wegfallen.
Besonders enttäuschend finde ich das Verhalten von Gesundheitsminister Manfred Lucha. Als Gesundheitsminister hat er die Rechtsaufsicht gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, doch bisher bleibt diese Aufsicht aus. Die KVBW handelt ohne jegliche Kontrolle und trifft Entscheidungen, die tausende Menschen in der Region betreffen, als wäre sie ein Staat im Staat. Das ist schlichtweg unglaublich und nicht hinnehmbar. Wir erwarten von Minister Lucha, dass er seine Verantwortung ernst nimmt und die geplanten Schließungen sofort hinterfragt.“
Florian Wahl, MdL, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion
Nach den Plänen der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg sollen 30% der Notfallpraxen im Land gegenüber dem Stand vom Sommer letzten Jahres geschlossen werden, darunter auch die in Herrenberg. Zusammen mit der geplanten Schließung des Herrenberger Krankenhauses führt das zu einer deutlichen Verschlechterung der ärztlichen Versorgung im Gäu. Die Notfallpraxen sind gedacht als Überbrückung für dringende medizinische Fälle abends und am Wochenende. Darüber hinaus ist zu befürchten, dass damit die Notaufnahmen der Kliniken noch mehr überlastet werden und für Fälle in Anspruch genommen werden, für die sie nicht gedacht sind.
Wir protestieren gegen die geplante Schließung und fordern deren Erhalt.
Sozialminister Manfred Lucha muss notfalls als Landesaufsicht über die Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg einschreiten.
Hier können Sie eine Unterschriftenliste herunterladen.
Zentrale Sammelstelle für Unterschriften ist das Büro von MdL Florian Wahl, 31032 Böblingen, Stadtgrabenstr. 8, info@florian-wahl.de
Am 23. Oktober 2024 fand die Nominierungskonferenz der SPD im Kreisverband Böblingen statt – mit großem Andrang in der Begegnungsstätte Bühl, Ehningen.
Jasmina Hostert (MdB) hielt eine kämpferische Rede, in der sie sich zu den Werten der SPD – Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – bekannte und die politischen Herausforderungen skizzierte.
In der Aussprache lobte Andreas Stoch, Landes- und Fraktionsvorsitzender der SPD, Hosterts Einsatz für den Kreisverband und ihre gute Zusammenarbeit mit der Landespolitik.
Die Vertreterin der Jusos und der Landtagsabgeordnete Florian Wahl betonten ihren Beitrag durch lokale Besuche und Engagement im Kreis. Bei der geheimen Wahl erzielte Hostert von 78 Stimmen ein klares Ergebnis: 76 Ja-Stimmen, eine Enthaltung und eine Gegenstimme – ein starkes Signal für den kommenden Bundestagswahlwahlkampf 2025.
Wenn Sie Interesse an der Arbeit des SPD-Ortsvereins Mötzingen haben, sprechen Sie uns gerne an oder senden Sie uns eine E-Mail
Vom 16.10. bis 19.10.2024 waren drei Schönaicher Kandidaten auf Einladung unserer SPD Bundestagsabgeordneten Jasmina Hostert im Rahmen einer Bildungsreise in Berlin. Diese wurde vom BPA organisiert. Zunächst fuhren wir mit der Bahn von Stuttgart nach Berlin und konnten dort in unser Hotel einchecken.
Am Donnerstag stand ein Besuch im Bundesministerium für Gesundheit auf dem Plan. Uns wurde über dessen Funktion und Arbeit berichtet und unsere Fragen wurden beantwortet. Nachfolgend hatten wir eine Bus-Stadtrundfahrt zu politisch interessanten Punkten in Berlin. Abends konnten wir dann die Landesvertretung BW besuchen.
Am nächsten Tag konnten wir vormittags eine Debatte im Bundestag eine Stunde lang verfolgen und im Anschluss mit Jasmina darüber diskutieren und Fragen stellen. Danach besuchten wir noch das Dokumentationszentrum des Terrors und das Futurium.
Der SPD Ortsverein bedankt sich beim BPA und bei Jasmina Hostert für diese Möglichkeit, Politik hautnah zu erleben und wichtige Kontakte für unsere Arbeit in Schönaich zu knüpfen.
Bei Interesse an solch einer Fahrt meldet euch gerne beim SPD Ortsverein - wir werden versuchen hier eine Möglichkeit der Teilnahme zu finden.
Ihr SPD Ortsvereinsvorsitzender
Jürgen Binder
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