Nach der Corona-bedingten Pause, setzten die SPD-Kreisvorsitzende und Regionalrätin Jasmina Hostert sowie ihr Stellvertreter und Kreisrat Jan Hambach ihre Gemeinschaftsschule-Tour in Weil der Stadt fort. Beide informieren sich bei ihrer Tour an den zahlreichen Gemeinschaftsschul-Standorten im Landkreis über die Entwicklung der 2012 eingeführten Schulform und die konkrete Ausgestaltung sowie Akzeptanz vor Ort.
Prüfauftrag der SPD-Fraktion vom 22.9.2020
Wir bitten um Prüfung, ob im geplanten Betreuungsgebäude der Vogt-Hess-Schule und in der im Bau befindlichen KiTa Aischbach der Einbau von Lüftungsanlagen mit H14-Schwebstofffiltern nach EN1822-1 möglich ist, um die Räume pandemiefest zu machen. Können mobile Filtergeräte eine Alternative sein?
Begründung
Die Covid-19-Pandemie wird nach heutigem Stand andauern, im Winterhalbjahr kommen erfahrungsgemäß weitere Virusinfektionen dazu. Die Übertragung durch Aerosole in der Raumluft gilt als gesichert und ist eine der Hauptquellen für die Verbreitung der Viren. In der kalten Jahreszeit ist halbstündliches Lüften der Klassenzimmer für jeweils mindestens 10 Minuten schwierig zu bewerkstelligen und schlägt sich auch in höheren Heizkosten nieder.
Die empfohlenen H14-Filter können nahezu 100% der Viren unschädlich machen. Ein Filter in der für einen Klassenraum erforderlichen Größe kostet ca. 3000 EURO, gegenzurechnen sind die bisher angesetzten Kosten für Lüftungsanlagen, die eingesparten Heizkosten und die geringeren Personalausfälle durch Krankheit. Die Gesundheit der Kinder ist ein Wert an sich.
Mit dem Einsatz dieser Filter kann bei allen Aktivitäten, die die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln ermöglichen, auf Gesichtsmasken verzichtet werden. Dies wäre für Kinder, Lehrerinnen und Betreuerinnen eine große Entlastung.
In den genannten Neubauprojekten könnten wir diese Technik, die in Krankenhäusern Stand der Technik ist, im Bildungs- und Betreuungsbereich erproben.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Menzel
Stadträtin SPD
Gäubote vom 22.09.2020
Meine Meinung
Bodo Philipsen, SPD-Fraktionsvorsitzender Herrenberg
Lodernde Feuerwände verschlingen Hab und Gut von Tausenden von Menschen, riesige Trucks werden von Hurrikans einfach umgeworfen, Wassermassen überfluten Straßen und Wohnungen. Hilflos schaut der Mensch mit all seinem schweren Gerät nur noch zu. Die Klimakatastrophe ist nicht mehr Zukunft, sondern sie hat bereits begonnen. Das Schmelzen des Ewigen Eises, die Verlangsamung des Golfstroms und des Jetstreams unterstreichen, dass wir uns gefährlich den Kipppunkten nähern, an denen die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten ist. Noch nie war es so warm bei uns, so trocken – der Wald stirbt vor unser aller Augen.
Nächste Woche kommt in Herrenberg der Klimabeirat der Stadt zum ersten Mal zusammen. Er ist Ergebnis unseres von fast allen Fraktionen getragenen Antrages einen Klimafahrplan für die Stadt aufzustellen. Die Zeit droht uns davonzulaufen. Das hat uns Sozialdemokraten vor einem Jahr veranlasst, dass wir Schluss machen wollten, mit einer Klimapolitik, die beliebig mal hier, mal dort ein kleines Schräubchen dreht. Das ist nicht mehr effektiv genug. Wir müssen diagnostizieren, in welchen Bereichen am meisten CO 2 in die Luft abgegeben wird und dann einen Plan erstellen, wo und wie man am wirksamsten den Weg zu einer klimaneutralen Stadt gehen muss. Zeitnah sind alle Schritte zu evaluieren. Wir alle müssen daran mitwirken: Als Vorreiter die Stadtverwaltung selber, dann aber auch die Autofahrer, die Häuslesbauer, die Unternehmer, die Landwirte oder der Forst. Nur gemeinsam werden wir sichtbare Weichen stellen können. Und wir werden nur genügend Menschen für einen Weg aus der Krise gewinnen, wenn Klimapolitik nicht als reine Verzichts- und Verbotspolitik daherkommt. Statt Milliarden in die Öl- und Gasstaaten zu überweisen, sollten wir in Technologien investieren, die hier vor Ort entworfen, gebaut und installiert werden. Der Umstieg birgt riesige Chancen, in „alten Industrien“ wegbrechende Arbeitsplätze durch neue in umweltfreundlichen Produktionen zu ersetzen. Klimaschutz gefährdet nicht unseren Wohlstand, sondern ist die Grundlage unseres Wohlstandes von morgen. Der Klimabeirat wird in seiner Arbeit von externen Büros unterstützt. Jetzt muss es gelingen, den Umstieg in eine klimaverträgliche Lebensweise zu schaffen. Wir freuen uns über alle Ideen, die uns hierbei weiterhelfen.
Auf seiner Tour der Ideen besuchte Florian Wahl, SPD-Kandidat für unseren Wahlkreis, neben anderen Einrichtungen auch die App-Agentur Pharos Solutions GmbH in Waldenbuch.
Pharos Solutions ist ein Software-Dienstleister für Webanwendungen und mobile Apps und unterstützt Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen im Bereich Digitalisierung. 2011 gegründet, hat das Unternehmen 40 Mitarbeiter/innen verteilt auf die beiden Standorte Waldenbuch und Alexandria (Ägypten).
Im Gespräch mit der Gründerin und Geschäftsführerin Katrin Gaedke-Weberruß ging es um die Herausforderungen während der Coronakrise, aber auch in „normalen“ Zeiten.
Auch Pharos Solutions hatte während des Lockdowns Umsatzeinbußen zu verzeichnen, mit denen intern umgegangen werden musste. Die Firma hat den Leerlauf der Mitarbeiter/innen, die von zu Hause gearbeitet haben, kreativ genutzt um interne Tools zu entwickeln und die kürzlich herausgebrachte Schul-App Skoolix zu verbessern, die Schulen hilft, die Kommunikation aller Akteure (Schule, Lehrer, Schüler, Eltern) zu verbessern und diverse Online-Unterrichts-Features bietet.
Gründerin K. Gaedke-Weberruss, Florian Wahl, stellv. OV-Vorsitzender H. Jordan, Gemeinderat W. Keck
Ein weiteres Thema war die Familienpolitik. Katrin Gaedke-Weberruß ist Mutter einer einjährigen Tochter und versucht Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, was unter anderem aufgrund des ausbaufähigen Betreuungsangebotes nicht ganz einfach ist. Sie und ihr Mann arbeiten beide Teilzeit in Elternzeit. Sie wünscht sich von der Politik und den Medien, dieses Modell populärer zu machen und zusätzlich ein gutes Betreuungsangebot zu schaffen, denn die Gleichstellung von Frauen in Politik und Wirtschaft könne nur funktionieren, wenn die Kinderbetreuung nicht ausschließlich in den Händen der Mutter liegt.
Katrin Gaedke-Weberruß liegt auch das Thema Gründen und die Unterstützung von Startups am Herzen. Deshalb engagiert sie sich für die Initiative gründungsfreundliche Kommune. Waldenbuch möchte attraktiver für Startups und Gründungsinteressierte werden und wird im Oktober am Start-up BW local - Landeswettbewerb für gründungsfreundliche Kommunen teilnehmen. Wir drücken ganz fest die Daumen!
Pharos Solutions bedankte sich bei Florian Wahl für den Besuch und fürs Zuhören! Und Danke auch dem SPD-Ortsverein für die tolle Organisation!
K.W./img
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