Ortsverein
Information zum Medizinkonzept des Leonberger Krankenhauses
Die öffentliche Diskussion um die Zukunft des Leonberger Krankenhauses, speziell der Gynäkologie und Geburtshilfe hat Fahrt aufgenommen. Bei diesem komplexen Thema müssen sich Sachkenntnis und gute Argumente gegen unrichtige Vereinfachungen und Falschaussagen behaupten.
Die Existenzsicherung des Leonberger Krankenhauses hat für die Leonberger SPD oberste Priorität. Wenn das nur durch die Verlegung von Abteilungen und durch den Aufbau neuer ambulanter Strukturen gelingt, muss man diesen Weg gehen, auch wenn er schmerzhaft ist.
Dann macht auch die geplante Verlegung der Geburtshilfe Sinn.
Mit welchen Fakten werden dies Pläne begründet? Wie sehen die Pläne konkret aus?
Zur Erklärung ist die aktuelle Situation des Klinikverbundes und der Vorschlag der Gutachter zur Neuorganisation des Leonberger Krankenhauses hier zusammengefasst.
Bestandsaufnahme und Zukunft der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe
1.Die im Krankenhaus betriebene operative Gynäkologie konnte die für größere Operationen vorgeschriebenen Fallzahlen nicht erreichen. Deshalb finden sie bereits seit Jahren nicht mehr in Leonberg, sondern in Böblingen statt.
Zusätzlich fordert die Politik aus Bund und Land die ambulante Durchführung der meisten kleineren Eingriffe. Fakt ist, dass das möglich ist und von vielen Patienten auch gewünscht wird. Nicht berücksichtigt ist dabei bisher, dass es die erforderlichen ambulanten Strukturen dafür noch nicht gibt und auch die erforderliche Nachbetreuung älterer Menschen mit Begleiterkrankungen besteht nicht einmal auf dem Papier. Dass der Klinikverbund dieses Defizit in seinem Medizinkonzept bereits vorausdenkt und Geriatrie mit ausreichender Bettenzahl an allen operativen Häusern vorsieht ist die richtige Antwort. Der Campus für die Erbringung der Ambulanten Leistungen ist für Leonberg beschlossen, an der Konkretisierung fehlt es aber noch.
Was bleibt aber für die stationäre Gynäkologie in Leonberg noch übrig, wenn auch die kleineren Eingriffe wegfallen? Eine ganze Abteilung, um eine Geburt pro Tag mitbetreuen? Für diesen Aufwand gibt es weder die Fachkräfte noch das Geld.
2.Die Geburtshilfe, jetzt im zweiten Jahr als Hebammen-geführter Kreißsaal betrieben, wird
nach aktueller Hochrechnung dieses Jahr ca. 550 Kinder zur Welt bringen. In Herrenberg sind es bei halber Einwohnerzahl doppelt so viele Geburten.
Die Geburtenzahlen in Leonberg sind seit Einführung des Hebammen- geführten Kreißsaales nicht gestiegen, im Schnitt 1,5 Geburten am Tag, mal keine, mal vier.
Trotz der positiven medialen Resonanz auf das Projekt „Hebammengeführter Kreissaal“ ziehen Leonberger Mütter oft Kliniken in Stuttgart, die Filderklinik oder die Böblinger Klinik wegen der dort vorhandenen Kinderklinik vor. Die längeren Anfahrtswege scheuen viele nicht und trotz längerer Anfahrt werden Ihre Kinder nicht im Auto geboren.
Leonberg hat im Übrigen nur die Zulassung für Normalgeburten. Jede Risikoschwangerschaft,
etwa 5 % aller Schwangerschaften, muss also ganz selbstverständlich den Weg nach Böblingen nehmen. Der längere Anfahrtsweg ist sicher lästig, er bedeutet aber kein erhöhtes Risiko für Mutter und Kind.
Mindestzahlen für die Betreuung von Frühgeburten gibt es bereits, Mindestzahlen sind auch für normale Geburten von den Krankenkassen bereits beantragt und würden auch die Leonberger Geburtshilfe betreffen.
Unterschiedliche Meinungen und Bedürfnisse bei den Müttern, aber eine eindeutige Position der Hebammen
Sie stehen hinter „Ihrem“ Kreissaal, schätzen die gestärkte Kompetenz, die Eigenverantwortung und die Teamarbeit auf Augenhöhe mit den Ärztinnen.
Das oft genannte Argument, dass Hebammen die Frau als ganzen Menschen sehen, während Ärztinnen Frauen nur als Patientin sehen, wird allerdings der zugewandten Haltung vieler Ärztinnen nicht gerecht und ist für die anstehenden Abwägungen irrelevant.
Ebenfalls ins Feld geführt wird der Charme des kleinen Hauses mit seiner persönlicheren
Betreuung. Junge Mütter, die das so erlebt haben, setzen sich mit großem Engagement für den Erhalt der Abteilung ein. Da sich der Personalschlüssel an der durchschnittlichen Auslastung orientiert, ist die Betreuung an ruhigen Tagen sicher intensiver und persönlich, wenn aber mehrere Geburten gleichzeitig oder kompliziert verlaufen, muss sich auch in Leonberg die Betreuung auf das Nötigste beschränken.
Große Bedenken der Hebammen bestehen hinsichtlich der künftigen Größe der Geburtshilfe am Flugfeldklinikum.
Bereits jetzt werden dort ca. 2800 Kinder entbunden, mit Leonberg werden es deutlich über 3000 werden. Die bisherigen Pläne für die Geburtshilfe der Flugfeldklinik sehen das weder räumlich noch personell vor. Da muss frühzeitig unter Einbeziehung der Mitarbeiterinnen nachgearbeitet werden. Das Gleiche gilt für die organisatorischen Strukturen. Was in Leonberg aufgrund der überschaubaren Größe auf kurzem Dienstweg möglich war, muss in einer Großklinik organisatorisch klar sein, z.B. die persönlichen Zuständigkeiten. Auch künftig braucht jede werdende Mutter „Ihre“ Hebamme.
Die nötigen Platzreserven sind in der Flugfeldklinik vorhanden und der Wille zu einer guten organisatorischen Umsetzung ist da.
Wenn man erwartet, dass das Leonberger Hebammenteam den Weg nach Böblingen mitgeht, darf man deren positive Erfahrungen mit dem Hebammengeführten Kreissaal nicht einstampfen. Das muss auch in Böblingen möglich sein. Auch eine Einbeziehung der Leonberger Hebammen bei der Anpassung der Räume und Strukturen der Flugfeldklinik sollte selbstverständlich sein.
Trotzdem wird es für das Leonberger Team nicht leicht sein, seine Identität aufzugeben und sich in eine neue viel größere Mannschaft zu integrieren. In jedem Fall wird aber eine klare Entscheidung besser zu akzeptieren sein als eine jahrelange Hängepartie, wie sie bei der kommenden Einführung einer Mindestgeburtenzahl für die Leonberger Geburtshilfe zu erwarten wäre.
Die Zukunft der Kardiologie am Krankenhaus Leonberg
Die Patientenzahlen mit akuten, schweren Herzerkrankungen sind seit Jahren zu niedrig, um die Mindestmengen zu erreichen, die für die Behandlung komplexer kardialer Notfälle gefordert werden. Auch wäre ein Team von 5 hochspezialisierten Kardiologen erforderlich, um einen Herzkatheter rund um die Uhr in Bereitschaft zu halten. Die gibt der Arbeitsmarkt nicht für vier Klinikstandorte her. Die Verlegung ist plausibel und alternativlos.
Warum jetzt? Kann man nicht warten, bis die Krankenhausreform umgesetzt wird?
1.Das Geld reicht nicht mehr! Das jährliche Defizit des Klinikverbundes lag vor 4 Jahren noch
bei ca. 20 Millionen. Die Hoffnung war, dass die Patientenzahlen und damit die Einnahmen wieder steigen und sich der Vor-Coronazeit annähern. Tun sie aber nicht. Die Patientenzahlen bleiben in
ganz Deutschland dauerhaft 15% niedriger. Die Folge: massiv gestiegene Kosten! Das Defizit für 2022 liegt bereits bei über 50 Millionen €. Derzeit kommen monatlich über 5 Millionen € hinzu! Dazu kommen noch die Kosten für die Kliniksanierungen und den Neubau der Flugfeldklinik.
Sie trägt der Landkreis, holt sich das Geld aber über die Kreisumlage von den Städten u. Gemeinden.
2.Das Personal reicht nicht mehr! Allein 18 Millionen € musste der Klinikverbund letztes Jahr
für Leasingkräfte ausgeben, um Engpässe zu überbrücken und die vorübergehende Schließung ganzer Abteilungen zu verhindern. Und das wird sich noch zuspitzen. In den nächsten Jahren gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente, während der Nachwuchs sich halbiert hat.
3.Die Umsetzung der Lauterbach’schen Krankenhausreform durch die Länder bedroht die kleinen Häuser. Es ist eine klare Aufteilung der Krankenhäuser in unterschiedliche
Versorgungsstufen vorgesehen, um die Zentralisierung und auch die Schließung völlig unwirtschaftlicher kleiner Häuser zu erzwingen. Nur wenn wir unsere Hausaufgaben vorher
gemacht haben, sichert das die Existenz der Leonberger Klinik.
4.Der Baufortschritt der Flugfeldklinik und des Leonberger Krankenhauses lässt jetzt noch die erforderlichen Anpassungen zu erträglichen Kosten zu.
5. Jetzt bedeutet nicht Jetzt! Der Zeitplan wird durch die Fertigstellung der Flugfeldklinik diktiert und bedeutet einen Zeitrahmen von zwei bis drei Jahren.
Wie wird das Krankenhaus Leonberg künftig aussehen, wenn das Medizinkonzept umgesetzt ist und die Forderungen der SPD berücksichtigt sind?
Im stationären Bereich: Konzentration auf die Kernbereiche Chirurgie, innere Medizin und die Fächerübergreifende Notfallversorgung rund um die Uhr sowie eine neu installierte Abteilung für Altersmedizin(Geriatrie).
Im ambulanten Bereich: Ein medizinisches Versorgungszentrum, das Schwangeren- und Neugeborenenversorgung anbietet, mit Gynäkologen, Hebammen, Kinderarzt und weiteren Fachärzten für die ambulante Versorgung der Stadtbevölkerung, sowie ein Zentrum für ambulantes Operieren, das kleinere Eingriffe aus Gynäkologie, Orthopädie und Gefäßchirurgie anbietet.
Ohne Veränderung der Arbeitsabläufe und Bündelung der Kapazitäten sind die Kliniken dauerhaft nicht zu betreiben! Da geht es dann nicht mehr um Anfahrtswege, sondern um die Existenz des Klinikverbundes als Garant einer patientenorientierten Versorgung. Am Ende stünde eine Privatisierung mit katastrophalen Konsequenzen für Patientenversorgung und MitarbeiterInnen. Die großen Häuser auf dem Flugfeld und in Nagold würden erhalten bleiben, die kleinen Häuser in Herrenberg, Leonberg und Calw aber geschlossen.
Verantwortlich für diesen Text: Günther Wöhler, Arzt für Allgemeinmedizin
Kreisrat, Aufsichtsrat im Klinikverbund Südwest
Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe interessierte Gäste,
Das 40. Kulturfest der SPD Weil der Stadt mit Simone Solgas Programm "Ist doch wahr!" findet am 4. November in der Merklinger Festhalle statt.
Hallenöffnung: 18:30 Uhr
Beginn: 20 Uhr
Karten im VVK 20€ / ab dem 14. Oktober
Abendkasse 22€
Die Veranstaltung ist bewirtet.
Das Essen (s. Abbildung Eintrittskarte) bitte unter (TEL: 07033/6939244 oder per Fuchs-ruwa@t-online.de) vorbestellen.
Wir freuen uns auf euch!
Stadtputzete in Leonberg am World Clean-up Day
Alle Leonbergerinnen und Leonberger sind aufgerufen, sich an der Stadtputzete am Samstag, 16. September, zu beteiligen. Am World Clean-up Day sammeln Engagierte von 10 bis 13 Uhr im gesamten Stadtgebiet Müll ein, um die Engelbergstadt sauber zu halten.
Wir vom SPD-Ortsverein wollen mitmachen und die Stadt für einen Tag erstrahlen lassen!!!
Wir treffen uns um 9:45 Uhr an den Fahrradständern der Stadthalle.
Bitte eigene Handschuhe mitbringen, sowie eine Warnweste, wenn vorhanden. Greifzangen sind vorhanden.
Wer hilft mit? Bitte kurz Mitteilung an meine Mailadresse: schueller-tietze@gmx.de
Danke für die Unterstützung.
KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen -
Die SPD, der DGB Kreisverband Böblingen und die KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen laden ein zur gemeinsamen Gedenkstunde.
Am 04.09.2023 ist es genau 40 Jahre her, dass zum Höhepunkt der Friedensbewegung viele Bürgerinnen und Bürger aus der Gäuregion einem Aufruf der SPD und dem DGB folgten und sich auf dem Tailfinger Friedhof zu einer
Gedenkstunde an einem bereits etwas maroden Holzkreuz versammelten.
Veranstaltungseinladung als PDF
Auf dem Holzkreuz eingraviert standen die Worte: Hier ruhen 72 unbekannte KZ-Häftlinge.
Diese Veranstaltung, welche anlässlich des Antikriegstages drei Tage danach stattfand, löste eine hitzige Diskussion in der Öffentlichkeit aus, welche sich unter anderem in Form von Leserbriefen im Gäuboten ausdrückte.
„Geben Sie endlich Ruhe und rühren Sie nicht immer in der Vergangenheit, die Sie ja aus eigenem Erleben gar nicht beurteilen können. Vielleicht kehrt dann endlich einmal Ruhe und Frieden ein.“, hieß es beispielsweise in einem Leserbrief einer Bondorfer Bürgerin an eine der Organisatorinnen der vorigen Veranstaltung 1982.
In den letzten 4 Jahrzehnten seit dieser Gedenkstunde auf dem Friedhof in Tailfingenist viel geschehen.
Das Ergebnis jahrzehntelanger Recherchen und hartnäckiger Arbeit an einem würdigen Erinnern ist, dass heute alle 601 jüdischen KZ-Häftlinge, welche von November 1944 bis Februar 1945 auf dem Tailfinger Flugplatz Zwangsarbeit leisten
mussten, ihre Namen zurückbekommen haben.
Der SPD-Ortsverein hatte am Freitag, den 21. 7. 2023, zu einer Mitgliederversammlung eingeladen.
Unsere Vorsitzende, Elaine Rauhöft, konnte zahlreiche MitgliederInnen im Georg-Pfäfflin-Haus begrüßen. Anschließend gedachte Harald Jordan unserer Verstorbenen:
Siegfried Hertel, der jahrelang das Amt des Kassiers und später dann des Revisors begleitet hatte und
Herrmann Necker, der uns bei Festen immer als fleißiger Helfer zur Seite stand.
Wir gedachten auch Elfriede Ruck, die zwar nicht Mitglied war, aber ihrem Erwin immer den Rücken freigehalten hat, damit er Zeit für sein Ämter als Gemeinderat und Ortsvereinsvorsitzender hatte.
Es entspann sich eine längere Diskussion über die Politik im Bund und Land. Natürlich waren auch wir nicht erfreut über die unabgestimmte Vorgehensweise beim Heizungsgesetz. Die Verunsicherung der Bürger war groß und die Zustimmung zur Politik der Ampel gesunken. Dies erklärt zum Teil sicher auch die hohen Umfrage-Werte der AfD. Zukünftig erhoffen wir uns mehr Geschlossenheit von der Regierung.
Elaine Rauhöft und Helga Göpfert berichteten uns von ihrem Vorhaben, im Sommerferienprogramm und darüber hinaus Kinder Geschichten über die Gänseliesel schreiben zu lassen. Elaine hatte bereits in den letzten Stadtnachrichten einiges zur Gänseliesel geschrieben.
Unser Vorsitzender Harald Jordan konnte dieses Jahr zwei Mitgliederinnen ehren:
Renate Hofhansel für ihre 25-jährige Mitgliedschaft und
Helga Göpfert für 40 Jahre in der SPD.
Renate Hofhansel hat uns bei vielen Festen tatkräftig bei der Bewirtung unterstützt und ist daher sicher vielen bekannt.
Renate Hofhansel und Harald Jordan Foto: Helga Göpfert
Helga Göpfert leitete jahrelang den Kindergarten Glashütte und als ihre eigenen Kinder noch zur Schule gingen, engagierte sie sich auch als Elternbeiratsvorsitzende der OSS.
Helga Göpfert und Harald Jordan Foto: Georg Göpfert
Beide dürfen jetzt ihren Ruhestand genießen und wir freuen uns, wenn sie der SPD auch weiterhin treu bleiben und den Ortsverein in seiner Arbeit unterstützen. Vielen Dank für euer Engagement!
Einer der letzten, ein sehr angenehmer Punkt, unserer Beratungen, war unser traditioneller Ausflug, auch mit den GenossInnen aus Dettenhausen. Ulrich Doster wird auch dieses Jahr am 28.10.2023 unseren Ausflug organisieren. Diesmal geht es nach Stuttgart ins Hotel Silber, die ehemalige Zentrale der Gestapo, die jetzt eine Gedenkstätte ist.
Zwischendurch verwöhnten uns Elaine und Helga mit einem Gazpacho und selbst gebackenem Fladenbrot. War lecker, vielen Dank!
Heidrun Rohse
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