Allgemein
Am letzten Freitag fand unser traditioneller Neujahrsempfang zum 44. Mal statt. Wir freuen uns, dass wieder so viele interessierte Bürgerinnen und Bürger den Weg ins Forum fanden. Um 19:00 Uhr startete der Abend mit einer musikalischen Einleitung der Gruppe YAP.
Die Ortsvereinsvorsitzende Elaine Rauhöft begrüßte die Gäste und bat unseren langjährigen Gemeinderat Walter Keck ans Rednerpult.
Bevor er auf die aktuellen Themen in der Stadt zu sprechen kam, nahm er die Zuhörer-innen auf eine kleine Zeitreise ins Jahr 1983 mit. In diesem Jahr fand der erste SPD-Neujahrsempfang in Waldenbuch statt. Er berichtete welches in diesem Jahr die herausragenden Themen im Gemeinderat waren. Vieles davon ist zwischenzeitlich Realität und aus Waldenbuch nicht mehr wegzudenken.
Anschließend sprach Ferdinando Puccinelli über die aktuelle Situation in Waldenbuch und hob hervor, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement der Bürger für die Lebensqualität der Stadt ist. Erfreulicherweise kann Waldenbuch nach wie vor von einem bemerkenswerten Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger profitieren.
Nach einer weiteren musikalischen Einlage von YAP, stand das große Thema Sicherheit im Zentrum der Rede von Nils Schmid, dem parlamentarischen Staatsekretär im Verteidigungsministerium.
Er erläuterte die veränderte Bedrohungslage in Europa und die daraus resultierenden Aufgaben der Bundesregierung. Nach diesem interessanten Beitrag und dem musikalischen Abschluss der Gruppe YAP, bedankte sich der Vorsitzende Harald Jordan bei allen Akteuren und eröffnete das Buffet.
alle Bilder Georg Göpfert
Nach der kleinen Umbauphase im Raum bildeten sich schnell viele Gruppen, die sich an den Bistrotischen angeregt unterhielten. Es war schön zu sehen, wie man schnell ins Gespräch kam und sich bei einem Gläschen und Häppchen offensichtlich wohl fühlte und nicht gleich ans Nachhause gehen dachte. Bevor sie den Saal verließen, haben viele noch eine Spende im aufgestellten Spendenglas hinterlassen. Herzlichen Dank dafür! Es kamen 335.- € zusammen, die wir nun dem DRK in Waldenbuch überreichen werden.
Georg Göpfert
Alle Bilder der Veranstaltung finden Sie in der Bildergalerie
In der Nacht von Freitag auf Samstag wurden uns vier Stunden Arbeit praktisch „weggenommen“:
An über 20 von 30 Standorten wurden unsere Wahlplakate gezielt abgerissen.

Foto Ferdinando Puccinelli
Das ist mehr als Sachbeschädigung. Es ist die Botschaft: Euer Engagement soll hier nicht sichtbar sein. Dazu kann ich nur sagen: Bella Ciao – nicht, weil wir in den 1940ern leben, sondern weil sich Dinge wiederholen, wenn man nicht hinschaut. Bella Ciao entstand im Widerstand gegen Faschismus und Unterdrückung. Nicht als Symbol, sondern als Abschied von einer Freiheit, die verschwindet. Im Lied heißt es: „E se io muoio da partigiano“ – wenn ich als Widerstandskämpfer sterbe. Das ist kein Heldengesang, das ist eine Warnung.
Freiheit verschwindet selten laut. Sie wird leiser: wenn Medien angegriffen werden, wenn Gerichte verächtlich gemacht werden, wenn Engagement als Störung gilt. Das Grundgesetz ist darauf vorbereitet. Es schützt Demokratie auch dann, wenn sie von innen angegriffen wird. Parteien, die Freiheit abschaffen wollen, dürfen verboten werden – nicht aus Willkür, sondern aus Schutz. Dieses Lied fragt nicht: bist du links oder rechts? Es fragt: Merkst du, wenn Freiheit Stück für Stück verschwindet? Faschismus ist keine Meinung. Er ist eine Gefahr für alle, die frei leben wollen. Sich dagegenzustellen, ist kein Extremismus. Es ist Verantwortung.
Falls jemand etwas mitbekommen hat, melden Sie es bitte beim Polizeiposten Waldenbuch.
Ferdinando Puccinelli
Bild: Walter Keck
Unterhalb des Waldenbucher Schlosses und oberhalb der Gaststätte Traube steht sie, die Friedenslinde, ein imposantes Naturdenkmal. Eine Texttafel am Fuße des Schlossberges gibt Auskunft über ihre Geschichte. Die Linde wurde von einer Luise Ebinger gepflanzt, nach dem Ersten Weltkrieg auf „Initiative von Forstmeister Spörr. Der Forstbeamte folgte dabei anderen Beispielen und hoffte darauf, dass das Waldenbucher Beispiel, anderen nachfolgend, dem verbreiteten Wunsch nach Frieden Ausdruck geben würde.
Eine Linde zu pflanzen war seinerzeit eine symbolische Aktion mit bestimmter Absicht. Linden galten als Bäume mit langer Lebensdauer. Und Linden wurde nachgesagt, dass sie die guten Kräfte stärken und die bösen vertreiben würden. Waldenbuch stand damals noch unter dem Eindruck des großen Verlusts von 60 Kriegstoten, derer auf dem Friedhof mit einem Mahnmal gedacht wurde.
Wenn die Linde im Frühjahr ihr Blätterkleid anzieht, dann sieht man an der Herzform der Blätter, warum sie auch als Baum der Liebe interpretiert wurde.
Linden lassen sich Zeit beim Wachsen und sie haben ein langes Leben. Und sie stehen damit für Blühen und Gedeihen. Auch von Völkern, Gesellschaften, Staaten.
Mit ihrer Bedeutung unterscheiden sie sich von Eichen, die als mächtig und stark gelten. Weshalb es schon vorgekommen ist, dass deutsche Staatsmänner bei Besuchen lieber eine Linde als eine Eiche im Gastland gepflanzt haben.
Auch der Waldenbucher Forstmeister hat eine Linde pflanzen lassen. In einer Zeit, als unser Land noch unter dem Eindruck des Kriegsgeschehens stand. Damals gab es auch viele, die unter diesem Eindruck und unter dem Eindruck eines „Diktatfriedens“ von Versailles auf eine Korrektur hofften und die Jugend darauf einstimmten. Allzu vielen stand der Sinn nach Revanche, weniger nach Aussöhnung. Dass ein weiterer Krieg das Leid dann noch steigerte, war ein gewaltiger Preis für diese Phantasien.
Bild: Walter Keck
Die Friedenslinde oberhalb des Grabens ist in gut hundert Jahren zu einem stattlichen Baum herangewachsen. Wir leben in Zeiten, in denen an die Absicht ihrer Pflanzung erinnert werden muss. Denn sie mahnt Waldenbuch, dass Friedensbemühungen nicht ad acta gelegt werden dürfen, sondern ein Dauerthema sind. Und die Bedeutung von Symbolen manchmal in den Hintergrund geraten, aber ihre Dringlichkeit bleibt. Wie die Linde auch für Kontinuität steht.
Eine Friedenslinde sendet ein Signal auch nach außen: Wir wollen gute Nachbarn sein gegenüber unserer geografischen Nachbarschaft. Den Ländern um uns herum. Die unter dieser Nachbarschaft nicht nur aufgeblüht sind, sondern auch gelitten haben. Und sie sendet ein Signal nach innen: in direkter Beziehung, im alltäglichen Verkehr miteinander wollen wir auch gute Nachbarn sein.
So ist eine Friedenslinde ein Symbol für die Regierungserklärung von Willy Brandt, 1969, in der er diese Worte in ihr Zentrum rückte. Mit außergewöhnlicher Tatkraft hat er sich damals an die Umsetzung seiner Politik des Wandels durch Annäherung gemacht und die Rolle Deutschlands neu interpretiert. Daran darf in den heutigen prekären Zeiten sicher mit Nachdruck erinnert werden.
Harald Jordan
Florian Wahl hat sich mit seiner Bürgerbefragung direkt an alle Waldenbucher gewandt. Viele Rückmeldungen mit Themen und Fragen erreichten Florian Wahl auf diese Weise. Es zeigt deutlich, wie wichtig ein offenes Ohr und der persönliche Austausch in Zeiten der „sozialen Medien“, die nur in eine Richtung gehen, ist.
Wir vom SPD – Ortsverein Waldenbuch wollen mit Infoständen am
10. Februar 2026 auf dem Wochenmarkt und am 28. Februar 2026 am Einkaufszentrum
eine weitere Möglichkeit des direkten Austausches bieten.
In einer groß angelegten Aktion haben viele Unterstützer mit Erdbeermarmelade kochen und in Gläser abfüllen ein Zeichen des Zusammenhaltes gesetzt.

Diese selbstgemachten Marmeladen sollen nun als „kleines Dankeschön“ an alle Besucher, Interessierte und diskussionsfreudige Bürgern verteilt werden.
Helga Göpfert
Foto: SPD-OV Waldenbuch
Aus Anlass der 60-jährigen Wiederkehr ihrer Wiedergründung nach dem zweiten Weltkrieg pflanzte die SPD Waldenbuch im Jahre 2007 einen Baum an der Kreuzung Bahnhofstraße/Vordere Seestraße am Sonnenhof. Der Baum ist in den zurückliegenden Jahren zu einer stattlichen Pflanze herangewachsen und signalisiert, dass die Aktion mit Beteiligung der damaligen Landesvorsitzenden und Abgeordneten Ute Vogt, dem Landtagsabgeordneten Stefan Braun und den Vorstandsmitgliedern um Manfred Ruckh und begleitet von Bürgermeister Michael Lutz von dauerhaftem Erfolg gekrönt war.
Einen Baum zu pflanzen ist ein Zeichen mit nicht geringem Symbolgehalt. Wer einen Baum pflanzt, glaubt, dass er in die Zukunft weist. Dass der Baum, der sich Zeit lässt beim Wachsen, ein Zeichen setzt für Lebensoptimismus, dass er Leben überhaupt bedeutet, und das kann bei einer Linde etliche Jahrhunderte überdauern. Und dass er Wachsen, Blühen und Gedeihen verheißt und damit den Fortbestand des Daseins.
Der Baum am Sonnenhof wurde in diesem Jahr volljährig. Mit 18 Jahren hat er bereits viel erlebt an seinem Standort, obwohl er fest in der Erde wurzelt. Es pulst reichlich Leben um ihn herum. In seiner Nachbarschaft gibt es u.a. das tägliche Brot, eine frequentierte Begegnungsstätte und Gesundheits- und Altenfürsorge. Einen besseren Standort hätte er trotz lebhaften Verkehrs kaum erhalten können, da haben die einstigen SPD-Aktivisten gut nachgedacht.
Auch ein anderer von der SPD gepflanzter Baum hatte 2025 Geburtstag und kam ins Schwabenalter. Seit 1985 mahnt die Friedenslinde gegenüber dem Kindergarten Mühlhalde an schwierige und unsichere Zeiten, an lebensbedrohendes Aggressionspotenzial, was erst seit kurzer Zeit wieder die Zerbrechlichkeit des Friedens offenbar werden ließ. Auch dieser Baum darf stattlich genannt werden. Leider ist seine Pflanzung nicht so gut dokumentiert. Wer war dabei?
Beide Bäume ergeben Sinn, an den von Zeit zu Zeit erinnert werden muss. Neben der einstmals je Anlass bezogenen Bedeutung, erinnern sie als Symbole des Lebens, an das menschliche Miteinander und dass es in Politik und Gemeinschaft in kleinstädtischer Dimension und darüber hinaus erhaltenswert ist.
Foto: SPD-OV Waldenbuch
Der SPD-Ortsverein Waldenbuch und seine damaligen Repräsentanten führten als Gärtner der beiden Bäume stille, in zeitlicher Distanz dennoch spektakuläre Aktionen durch. Die beiden Linden stehen sinnbildhaft über den ihnen damals zugedachten Zweck auch für die wache Dauerhaftigkeit sozialdemokratischer Kommunalpolitik in Waldenbuch.
Harald Jordan
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