Allgemein

Foto R. Drodofsky
Am vergangenen Freitag wurde der Bürgerpreis 2023 für besonderes Engagement in und für Waldenbuch in einer festlichen Veranstaltung verliehen. Er ging dieses Mal an den Verein Bürgerbus Waldenbuch e.V.
Seit 2018 fährt der Bürgerbus regelmäßig wochentags durch Waldenbuch. Getragen wird das Projekt vom Bürgerbusverein mit seinen 117 Mitgliedern und derzeit 16 ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern.
In ihrer Laudatio erinnerte Altstadträtin Ingrid Münnig-Gaedke an die lange und wechselhafte Vorgeschichte vom ersten Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion über die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs bis zur heutigen unverzichtbaren Bereicherung für die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger in Waldenbuch.

Foto G. Doster
Tatsächlich stellte die SPD mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Uli Doster In den Jahren 2010 bis 2015 immer wieder Anträge mit dem Ziel einen Bürgerbus einzurichten, die von der Mehrheit im Gemeinderat aber stets abgelehnt wurden! Erst die Ergebnisse der Marketinggruppe I ermöglichten den – probeweisen – Betrieb eines Bürgerbusses.
Die SPD hat sich immer – auch aus ökologischen Gründen – für den Bürgerbus eingesetzt und wird dies auch weiterhin tun.
Mittlerweile anerkennt auch der VVS den Bürgerbus und hat ihn mit der Nr. BB 85 in den offiziellen Fahrplan aufgenommen.
Mit 8610 Beförderungen in 2022 ist der Bürgerbus ein echtes Erfolgsmodell!
Wir gratulieren dem Bürgerbusverein zu diesem Erfolg und zur Auszeichnung mit dem Bürgerpreis 2023!
SPD Ortsverein und Fraktion

Kommt und helft uns ihre Geschichte zu schreiben
Ein richtiges Buch schreiben?
Ich? Kann ich das?
Ja, natürlich, das kannst du!
Wir zeigen Dir wie!
Der SPD-Ortsverein Waldenbuch und Sandra Fleige
erarbeiten in diesem Workshop mit Euch Eure ganz eigene Geschichte der Gänseliesel, die am Brunnen auf der Gänsewiese
als Statue verewigt ist.
Wer ist sie?
Was macht sie da gerade?
Und wie kam es zu der Begegnung mit den Gänsen?
Helft mit, die Geschichte dieser Waldenbucher Statue neu zu schreiben!
Die Geschichten der Workshops werden als Büchlein gedruckt und veröffentlicht, das im Frühjahr 2024 im Rahmen eines Gänseliesefests in Waldenbuch vorgestellt werden wird! Gerne dürfen natürlich auch Illustrationen zu der fertigen Geschichte gemacht werden.
Kommt
am 9. November 2023 von 18:00 bis 20:00 Uhr
oder
am 11. November 2023 von 10:00 bis 12:00 Uhr
in die Stadtbücherei Waldenbuch,
Forststraße 20
Anmeldung bei Susanne Cianci unter susanne.cianci@gmail.com

Zum 10. Mal treffen wir uns unter diesem Motto. Es geht mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Stuttgart ins Hotel Silber. Heinrich Silber hat das Gebäude 1874 gekauft und es zum Hotel Silber ausgebaut. Von 1928 - 1984, mehr als ein halbes Jahrhundert, wurde das „Hotel Silber“ von der Polizei genutzt. Während der Zeit des Nationalsozialismus war dies der Sitz der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) für Württemberg und Hohenzollern. Im Keller befanden sich 3 Verwahrzellen . Dort war auch Kurt Schumacher gefangen. Nach dem Krieg war das „Hotel Silber“ bis 1984 Sitz der Stuttgarter Kriminalpolizei. Nach langen, kontrovers geführten Diskussionen im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung, das Gebäude sollte abgerissen werden, beschloss der Landtag von Baden Württemberg 2011 das „Hotel Silber“ als Erinnerungsort zu erhalten. 2018 wurde es als Ort historisch-politischen Lernens und Begegnung eröffnet. Eine Führung durch das Haus soll uns seine Geschichte näher bringen. Im Anschluss daran wollen wir gemeinsam in Carls Brauhaus Mittagessen. Abfahrt: 08.58 Uhr Alte Post Dettenhausen Bus 828 09.05 Uhr Schloss Waldenbuch 09.10 Uhr Hallenbad Waldenbuch Rückfahrt in eigener Verantwortung mit öffentlichem Nahverkehr Kosten: 5,00 € für die Führung durch das Hotel SilberAuf einen interessanten Ausflug freuen sich die Gemeinderatsfraktion und der Ortsverein der SPD von Waldenbuch und Dettenhausen. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.
Wir bitten um telefonische oder um Anmeldung per E-Mail bis zum 25.10. bei:
Ingrid Münnig-Gaedke <gaedke.wabu@t-online.de>
Ulrich Doster 530106
Walter Keck <keck.waldenbuch@freenet.de>
Harald Jordan 9146
Waldenbuch war nie nur Waldenbuch.
Waldenbuch ist auch Glashütte, Hasenhof, Kalkofen, Weilerberg, Sonnenhang usw.
Wie die meisten Städte ist es gespickt mit Namen für die verschiedenen Gebiete, die sich oft aus dem jeweiligen Grund und Boden ergeben, auf dem sie gebaut wurden.
Wenn Sie schon länger in Waldenbuch leben, kennen Sie die Gebiete, die als Liebenau, Kühäcker oder Siegelhütte bekannt sind.
Um nur einige zu nennen.
Ein weiterer Ort liegt zwischen der stark befahrenen Nürtinger Straße und der Aich. Das ist, wie die meisten Leute wissen, die Gänsewiese.
Der Grund, warum sie so heißt, ist längst vergessen. Es gibt dort keine Gänse, nur gelegentlich Enten.
Wenn ich mit Leuten spreche, die in den 50er und 60er Jahren in Waldenbuch aufgewachsen sind, dann sind das Kindheitserinnerungen an die Molkerei oder das Milchhäuschen, wo man Milch in eine Alukanne füllen lassen konnte, die oft erwähnt wird. Die Kinder von damals denken gerne an die Sahnetüten, die man dort für 10 Pfennig kaufen konnte und an den herrlich überwältigenden warmen Milchgeruch, der einem entgegenschlug, wenn man das Gebäude betrat. Menschen, die sich abmühen mussten, um über die Runden zu kommen, waren über die unverkäuflichen letzten Käsestücke froh, die am Ende des Arbeitstages verschenkt wurden.
Vor ein paar Jahren sprach ich mit einem älteren Waldenbucher, der in der Vorderen Seestraße aufgewachsen ist. Er erzählte mir einige sehr “pikante” Geschichten darüber, wie er und seine Freunde in ihrer frühen Jugend im Dunkeln, auf der Gänsewiese, Liebespaare belauschten. Sie standen an seinem offenen Schlafzimmerfenster und lauschten kichernd den charakteristischen Geräuschen, die vom Flussufer herkamen. Er war weit über 80 Jahre alt, aber er musste immer noch lachen, als er mir seine Geschichten erzählte.
Auf dem Heimweg von der Schule gab es zeitweise den Schiffsspielplatz zum Spielen.
Es war ein wunderbarer Ort, um die Zeit zu verbringen, bevor man nach Hause gehen musste, um seiner Mutter zu sagen, dass man eine 6 in Mathe hatte. Aber die Nähe zur gefährlichen Nürtinger Straße machte den Spielplatz mit zunehmendem Verkehrsaufkommen weniger attraktiv.
In einigen Gärten im Städtle wachsen Kastanienbäume, weil die Kinder die stacheligen Früchte der drei Baumriesen am Ufer der Aich auf dem Heimweg von der Schule sammelten und Nachhause brachten, um sie stolz ihren Eltern zu präsentieren. Alle drei meiner Kinder haben das getan.
Ich habe sie immer heimlich in die Büsche im Garten geworfen, wo immer noch eine Kastanie versucht, zu wachsen. Wenn mein Mann sie nicht regelmäßig abschneiden würde, wäre sie schon ein großer Baum.
Leider beginnt die Gänsewiese ihre Identität zu verlieren. Die Bushaltestelle, die früher "Gänsewiese" hieß, heißt jetzt "Altstadt" und unsere kleine Statue einer erschrocken dreinblickenden, aber nicht minder stolzen Gänseliesel, verliert langsam ihr Sandsteingesicht, während sie von den meisten Menschen unbemerkt auf ihrem kleinen Podest bröckelt.
Es wird Zeit, dass die Gänsewiese und ihre Schirmherrin Gänseliesel etwas mehr ins Rampenlicht gerückt werden
Wir haben Pläne für die Gänseliesel und ihr kleines Reich am Fluss.
In der Zwischenzeit würden wir gerne Ihre Erzählungen über die Gänsewiese hören. Waren Sie jemals in der Molkerei? Haben Sie jemals dort im Fluss gespielt?
(Ich persönlich bin davon überzeugt, dass sich dort früher die Waldenbucherinnen zum Wäschewaschen getroffen haben, denn es war vom Unteren Tor aus bequem zu erreichen. Aber das lässt sich historisch nie beweisen, weil das alltägliche Kommen und Gehen der einfachen Bürger selten dokumentiert ist).
Als das Städtle noch einen dörflichen Charakter hatte und die Nürtinger Straße keine Hauptverkehrsstraße war, spielte die Gänsewiese da eine andere Rolle als heute?
Kann sich jemand, abgesehen von einer kurzen Phase Anfang der 90er Jahre, an Gänse auf der Gänsewiese erinnern?
Wir würden uns freuen, Ihre Geschichten zu hören, bevor sie verschwinden.
Heutzutage steigen die Leute von auswärts an der Nürtinger Straße aus dem Bus, überqueren die Straße, gehen über eine kleine Wiese und dann über die Brücke auf der Suche nach dem Schloss, ohne zu wissen, dass dieses Fleckchen Erde Gänsewiese genannt wird.
Elaine Rauhöft
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